Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden

Modern Work Restart

Kennt ihr das Gefühl, dass Euch etwas beschäf­tigt und es euch nicht mehr loslässt?

So ging es mir vor zwei Wochen, als ich die Studie "Arbeitswelt nach Corona" des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft in unse­rem Communardo Weekly früh vor­stellte. [Link zur Studie des BVDW]

Aber der Reihe nach. Was ist das Communardo Weekly?

Durch die Corona-Pandemie ver­ur­sacht rich­te­ten wir rela­tiv schnell vir­tu­elle Meetings ein, um mit dem gesam­ten Team in den Tag oder die Woche zu star­ten. Von anfäng­lich drei Meetings ist bei uns der gemein­same Wochenstart mon­tags geblie­ben und wird auch für aller­lei ver­schie­dene Themen genutzt. Dies geht von der aktu­el­len Stimmung und inter­nen Lage, mit­tels Microsoft Forms erho­ben, bis hin zu Kundenvorstellungen, aber auch neuen und inno­va­ti­ven Themen.

Mit die­sem Format haben wir wäh­rend der gesam­ten Lockdown-Zeit dafür gesorgt, als Team sicht­bar zu wer­den und neue Impulse zu geben.

Genau für die­ses Meeting habe ich zum Thema New Normal recher­chiert und bin auf die Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft gesto­ßen. Und das lässt mich nicht mehr so rich­tig los.

Warum? Naja, weil sich darin ziem­lich deut­lich mani­fes­tiert, was man selbst schon spürt. Ein Zurück zu Februar 2020 wird es so nicht mehr geben, nicht in den Unternehmen, schon gar nicht in der IT-Branche, die doch einen sehr hohen Grad an Remotearbeit ermög­licht, wie es sich die letz­ten Monate auch gezeigt hat.

Durch die Ergebnisse der Umfrage bekommt man lang­sam die Ahnung, dass wir am Anfang einer nächs­ten gro­ßen Veränderungswelle ste­hen. Die Corona-Pandemie spülte uns zuzu­sa­gen mit der ers­ten Welle auf eine neue Insel, auf der wir uns nun zurecht fin­den müs­sen, aber auch wer­den. Doch was ist das Neue daran, Microsoft Teams , Zoom oder auch Tools wie BigBlueButton gab es doch auch schon vor der Pandemie?

Ich per­sön­lich glaube, dass wirk­lich viele ver­schie­dene Effekte mit die­sem "New Normal" ver­bun­den sind und sein wer­den, mit denen wir auch ler­nen müs­sen, umzugehen.

Da ist zum einen die Selbstbestimmtheit wirk­lich dort zu arbei­ten wo man es möchte. Mitarbeiter kön­nen dies­be­züg­lich sehr unter­schied­li­che Auffassungen haben. Während man­che doch fast täg­lich ins Büro kom­men, zie­hen andere die Arbeit im Homeoffice oder gar im Camper am Meer vor.  Das bedeu­tet, dass sich Teams so ohne wei­te­res nicht mehr regel­mä­ßig von Angesicht zu Angesicht erle­ben kön­nen. Doch was ergibt sich dar­aus? Warum sollte das wich­tig sein? Stellen wir diese Fragen doch kurz zurück und star­ten mit der Frage, die auch in der Studie gestellt wird – sollte man ein eher hybri­des Modell mit Regeln für Büroanwesenheiten eta­blie­ren oder das völ­lig fle­xi­ble Modell anbieten.

Hybrid oder doch lie­ber flexibel?

Prinzipiell klingt das hybride Modell doch ganz gut, Flexibilität für die Mitarbeiter, aber auch Zusammenhalt im Team durch feste Anwesenheitstage. Was geschieht jedoch, wenn ich in mei­nem Unternehmen ent­scheide, ein hybri­des Modell mit Regeln zu eta­blie­ren, mein Wettbewerber, viel­leicht auch hun­derte Kilometer ent­fernt, eine andere Strategie fährt – völ­lige Remote-Arbeit ist jetzt bei ihm auch mög­lich. Das dürfte den Wettbewerb um Mitarbeiter noch ein­mal in eine neue Dimension beför­dern, wirft aber auch die inter­es­sante Frage auf, wie man den Zusammenhalt des Teams und der Organisation in einem sol­chen Modell best­mög­lich auf­recht erhal­ten kann.  
Für mich ist es voll­kom­men klar, dass wir diese Frage in bei­den Fällen, am meis­ten jedoch im fle­xi­blen Modell, beant­wor­ten müs­sen.
 

Kitt für die Zusammenarbeit

Ein ein­fa­ches – mal über den Tisch rufen, vor­bei­ge­hen oder auf dem Gang tref­fen – funk­tio­niert dann nicht mehr. Das gilt nicht nur für die Arbeitsthemen, auch der Plausch zwi­schen­durch übers Wochenende, Urlaub, Hobby oder die letz­ten Sportergebnisse sorgt doch nor­ma­ler­weise dafür, dass wir im nächs­ten Meeting mit die­sem Gesprächen im Kopf das Maximum an Lösungsorientierung für und mit unse­ren Kollegen auf­brin­gen. Möchte man die­sen Kitt für die Zusammenarbeit von Teams auch in rei­nen Remoteteams auf­bauen, führt das an bewusst initi­ier­ten, digi­ta­len Kontaktaufnahmen unter­ein­an­der oder im Team auf Dauer wohl wenig vorbei.


Neue Strategien und Übung

Aber auch ein zwei­tes Detail darf man nicht unter­schät­zen. Kollegen gegen­über in Remotesituationen voll­stän­dig wahr­zu­neh­men ist schwie­ri­ger. Klar, Video-Chats und ‑Videotelefonie hel­fen unge­mein und sind nicht mehr weg­zu­den­ken. Jedoch darf dies nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass uns die Bilder der Videos-Chats nur einen klei­nen Ausschnitt der Personen zei­gen und wir deren Umfeld i.d.R. nicht wahr­neh­men kön­nen. Im Vergleich zu Teammeetings, in denen sich ein Team in einem Raum befin­det und sich auch kei­ner der Teilnehmer aus der Situation her­aus­neh­men kann, ist Remotearbeit auf Dauer eine gänz­lich andere Situation für die Mitarbeiter und Führungskräfte. Letztere wer­den neue Strategien ent­wi­ckeln und etwas Übung benö­ti­gen, um die Führung rei­ner Remote-Teams erfolg­reich zu meis­tern und vor allem die Bindung her­zu­stel­len, die das phy­si­sche Erleben des erfolg­reich abge­schlos­se­nen Projekts oder das gemeis­terte Problem im Team erzeugt.

Motivation in hybri­den Teams

Die Ergebnisse der Studie zei­gen aber auch, dass gerade Führungskräfte sich Unterstützung und Support für die Motivation von Teams wün­schen. Für mich ein sehr nach­voll­zieh­ba­rer Wunsch. Wo in phy­si­schen Meetings schon ein Blick aus­reicht um einen Teilnehmer zu akti­vie­ren, ist doch die Herausforderung von Online Sessions, alle mit in die Wirkung zu brin­gen und über die Zeit nie­mand an die Parallelaufgaben zu ver­lie­ren. Wie Führungskräfte diese Herausforderungen meis­tern kön­nen, wie sie auf Dauer Bindung und Commitment erfolg­rei­cher Teams auch in hybri­den oder gänz­lich ver­teil­ten Teams errei­chen kön­nen, ist eine der span­nen­den Herausforderungen in der nächs­ten Zeit ….

Microsoft hat kürz­lich den Lagebericht zur Remotearbeit her­aus­ge­bracht, darin heißt es, dass "in den USA und Indien etwa 3 von 5 Beschäftigten in Teilzeit von zu Hause und der Rest kom­plett remote arbei­ten." [Microsoft, Lagebericht zur Remotearbeit]

Fazit

Für mich ist klar, diese Veränderung ist nicht aufhalt- oder umkehr­bar. Modern Work wird sich unter den Erfahrungen der letz­ten Monate stark wei­ter ent­wi­ckeln, neue Möglichkeiten bie­ten, aber auch eini­ges an Herausforderungen mit sich brin­gen. Wir arbei­ten täg­lich daran, diese neuen Erfahrungen zu machen und an unsere Kunden wei­ter­zu­ge­ben.  Und wahr­schein­lich müs­sen wir die bis­he­ri­gen Konzepte des Modern Workplace neu den­ken. Microsoft beginnt bereits damit und heißt alle "Willkommen im Anywhere Office". Und genau das ist es was mich nicht mehr los lässt, seit ich mir die Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft ange­se­hen haben.

Wie sagt es Ilja immer, es bleibt span­nend

Wie geht es Euch damit? Welche Gedanken habt ihr zu die­sem Thema?

Quellen:
[1] BVDW: Studie "Arbeitswelt nach Corona"
[2] Microsoft: Lagebericht zur Remotearbeit 


7. Oktober 2021

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