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SharePoint 2016 - Zero-Downtime Patching

Zero-Downtime bei Update- und Wartungsarbeiten ist der Wunsch aller SharePoint Administratoren und Anwender, bei denen der SharePoint Server zum Arbeitsalltag gehört. Leider musste bis zur Version SharePoint Server 2013 Abstriche gemacht wer­den, wenn die neus­ten Sicherheitsupdates oder Funktionserweiterungen ein­ge­spielt wer­den.

Die Administratoren muss­ten einen Kompromiss zwi­schen der Erreichbarkeit der Anwendung, dem aktu­el­len Updatestatus und der Zufriedenheit der Anwender machen, lei­der meist zum Nachteil der übli­chen Arbeits- bzw. Geschäftszeiten.

Microsoft hat mit sei­ner neuen Version des SharePoint Servers 2016 ein neues Feature ein­ge­baut, wel­ches diese Kompromisse aus der Welt schaf­fen soll und allen Beteiligten das Arbeitsleben erleich­tert – das Zero-Downtime Patching. Wir von Communardo haben uns das Feature ein­mal ange­schaut und woll­ten wis­sen was die Infrastruktur dafür benö­tigt und wie viel ZERO wirk­lich in der Downtime steckt.

Allgemeines zum Update-Prozess

Der all­ge­meine Prozess eines Updates im SharePoint Server 2016 unter­schei­det sich kaum von dem des SharePoint Server 2013 . Weiterhin wird ein Update in 2 Phasen durch­ge­führt.

Patch Phase

In die­ser Phase des Prozessen wer­den die binä­ren Dateien bereit­ge­stellt und die .DLL Files auf den SharePoint kopiert.

Wichtig: In die­ser Phase wer­den alle SharePoint Dienste ange­hal­ten, wel­che aktua­li­siert wer­den.

Durch das Anhalten der Dienste ist ein Neustart des Server meist nicht mehr mehr not­wen­dig.

Build To Build Phase

Die Build to Build Phase ist auch als der Teil bekannt, in dem der SharePoint Wizard aus­ge­führt wird. Dabei wer­den fol­gende Änderungen vor­ge­nom­men:

  • Modifizierung von Datenbankschemas
  • Objekte aus der Farm wer­den aktua­li­siert
  • Webseitensammlungen wer­den aktua­li­siert

Zyklus der Bereitstellung

Wenn ein Update durch­ge­führt wer­den soll, dann läuft die­ses in der Regelfällen in einem gewis­sen Zyklus ab. Zeitlich unter­schei­det sich die­ser Zyklus abhän­gig von der Organisation und deren Abläufen, inhalt­lich gibt es eher sel­ten Abweichungen.

Im Folgenden ist dar­ge­stellt, wel­che Schritte bei einem Update durch­lau­fen wer­den:

SharePoint 2016 Update-Prozess

 

Quelle: https://technet.microsoft.com/de-de/library/ff806329(v=office.16).aspx

 

Zero-Downtime im Detail

Eine direkte Dokumentation zu der Zero-Downtime ist aktu­ell nicht im Technet zu fin­den, aber es sind die Artikel für die Installation eines Softwareupdates vor­han­den. Genau mit die­sem Artikel beschreibt der Microsoft Senior Escalation Engineer, Stefan Goßner, das Zero Downtime Patching.

Infrastruktur

Die Anforderungen an die Infrastruktur waren nach dem Erscheinen des Artikels doch über­ra­schend, aber nicht unbe­kannt. Microsoft gibt vor, eine Hochverfügbarkeit (HA) des SharePoint Servers bereit­zu­stel­len.

Im Detail bedeu­tet dies, die Farm besteht min­des­tens aus einem Loadbalancer, 2 Wen-Front-End Server, 2 Application Servern und einem SQL Spiegel (wobei die­ser für die HA not­wen­dig ist, aber nicht für das Patching).

SharePoint 2016 Farmtypologie

 

Quelle: https://technet.microsoft.com/de-de/library/ff806338(v=office.16).aspx

Update Prozess (Patch Phase)

In der Update Phase wer­den im ers­ten Schritt die Web-Front-End Server aktua­li­siert. Dabei wird die Erreichbarkeit über den Load Balancer gesteu­ert.

  1. Load Balencing nur auf die Server Web‑3 und Web‑4 ermög­li­chen
  2. auf den Servern Web‑1 und Web‑2 wer­den die binä­ren Dateien instal­liert
  3. anschlie­ßend wer­den Web‑1 und Web‑2 für die Anfragen ver­wen­det und Web‑3  und Web‑4 wer­den aktua­li­siert

Nachdem die Web-Front-End Server mit den neu­es­ten binä­ren Dateien ver­sorgt sind, kön­nen die Application Server (App‑1 und App‑2) aktua­li­siert wer­den.

Hier ist auf bei­den Server nur die exe Datei aus­zu­füh­ren (nach­ein­an­der).

Upgrade Phase (Build To Build Phase)

Für diese Phase wer­den nun die Anpassungen in den Datenbanken vor­ge­nom­men. Dabei wird wie folgt vor­ge­gan­gen:

  1. Von einem Web Front End Server oder Application Server wer­den die Datenbanken mit dem Befehl Upgrade-SPContentDatabase auf den neus­ten Stand aktua­li­siert
  2. Ist die Datenbank erfolg­reich aktua­li­siert, wer­den als nächs­tes die Application Server mit Hilfe von psconfig.exe aktua­li­siert. Es ist dar­auf zu ach­ten, dass die Server mit der CA als ers­tes die Build to Build Phase durch­lau­fen
  3. Im nächs­ten Schritt wer­den alle Web Front End Server aktua­li­siert. Dabei wird Web‑1 aus dem Load Balencing ent­fernt und über psconfig.exe aktua­li­siert.
  4. Anschließend wird die­ser wie­der in das Load Balancing ein­ge­bun­den
  5. Schritt 3 und 4 wird für alle Web Front End Server ein­zeln wie­der­holt

Nachdem auch diese Phase abge­schlos­sen wurde, ist der Update Prozess been­det. Natürlich sollte nach jedem Update die Anwendung geprüft wer­den und vor jedem Update der Verlauf auf einem Testsystem durch­ge­spielt wer­den.

Mein Fazit

Microsoft bie­tet mit die­sem Updateverfahren den Administratoren eine Möglichkeit, die SharePoint Farm aktu­ell zu hal­ten, ohne aber die Benutzer ein­zu­schrän­ken.

Persönlich habe ich mir bei der Ankündigung des Features eine etwas ele­gan­tere Lösung vor­ge­stellt. Der hohe Planungsaufwand wird einige Admins abschre­cken. Unternehmen wel­che schon über eine HA Lösung nach­ge­dacht haben, wer­den jedoch mit die­ser erwei­ter­ten Funktion sicher­lich wei­tere Argumente haben diese umzu­set­zen.

Ich freue mich dar­auf mit Ihnen eine Zero-Downtime Infrastruktur zu pla­nen, auf­zu­bauen und dabei Ihre IT-Landschaft wei­ter mit zu opti­mie­ren.

wei­ter­füh­rende Links:


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