Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden
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RoI von Social Software insb. Enterprise Microblogging

In Kooperation mit der TU Chemnitz betreut die Communardo Software GmbH die Diplomarbeit von Alrik Degenkolb mit dem Thema „Return on Investment von Social Software – Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse von Microblogging im Unternehmensumfeld“.
Ziel die­ser Arbeit ist es klas­si­sche sowie neue Verfahren der Wirtschaftlichkeitsanalyse in Bezug auf die Anwendbarkeit auf Social Software und insb. Enterprise Microblogging zu eva­lu­ie­ren. Hierzu soll ein Modell ent­wick­let wer­den, wel­ches weg von rein mone­tä­ren Maßstäben der Wirtschaftlichkeit, hin zu sog. „wei­chen“ Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit und Sichtbarkeit von Informationen (Awareness) einen RoI abbil­den kann.
Folgende Fragen und Überlegungen rücken hierzu ins Blickfeld:
  • Wie sichere ich die Zukunftsfähigkeit/Wettbewerbsfähigkeit mei­nes Unternehmens?
  • Wie kann ich schnell und ziel­ge­nau auf immer kür­zere Marktzyklen reagie­ren?
  • Wie ver­bes­sere ich meine Innovationsfähigkeit und sichere/steigere meine Marktposition?
  • Wie kann ich die Produktivität mei­ner Mitarbeiter durch Kollaboration und Kommunikation ver­bes­sern?
  • Was kön­nen aktu­elle Trends, wie „Enterprise 2.0“ oder „Social Software“ für mein Unternehmen leis­ten bzw. was heisst es wenn ich in die­sen Bereichen untä­tig bin?
Zu Beginn der Arbeit wur­den die Facetten von Social Software mit der Frage „Was macht Social Software beson­ders und für wel­che Einsatzbereiche las­sen sich insb. diese Eigenschaften beson­ders nut­zen?“ her­aus­ge­ar­bei­tet. Darauf auf­bau­end Treiber von Enterprise 2.0 iden­ti­fi­ziert sowie gene­relle Nutzenpotenziale auf­ge­zeigt. Kritische Erfolgsfaktoren von Enterprise 2.0 wur­den beleuch­tet sowie die tech­ni­schen Voraussetzungen von Enterprise Microblogging beschrie­ben. Im Anschluss fokus­siert sich die Arbeit auf eine Analyse der gän­gigs­ten Wirtschaftlichkeitsanalyseverfahren und die Untersuchung auf deren Anwendbarkeit in Bezug auf Enterprise Microblogging. Das Modell wird im Rahmen einer Fallstudie der Communardo Software GmbH in Zusammenhang mit dem Einsatz von Communote – Enterprise Microblogging einem Realitätscheck unter­zo­gen.
geplan­tes Vorgehen:
  • Interviews mit aner­kann­ten Enterprise 2.0 Spezialisten zur Identifikation von gro­ben Vor- und Nachteilen, sowie Risiken von Enterprise 2.0
  • Strukturierung der Ergebnisse in einer MindMap
  • Nach den Modellanalysen wird ein Modell/Methodik erstellt, wel­ches eine grobe Orientierung bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Social Software Vorhaben geben soll
  • interne Führungskräfte wer­den zu kon­kre­ten Nutzenvorteilen befragt, um Anhaltspunkte für die Rechtfertigung des Einsatzes zu erhal­ten
  • eine quan­ti­ta­tive Studie ermit­telt die rela­tive Vorteilhaftigkeit in den defi­nier­ten Einsatzgebieten und wid­met sich schwer quan­ti­fi­zier­ba­ren Dimensionen, wie Informationsmanagement und Führung
  • Auswertung der Daten und die Beschreibung der Ergebnisse
Die Facetten von Social Software las­sen sich in vier Kategorien unter­tei­len. Inhalt, Kollaboration, Gemeinschaft und kol­lek­tive Intelligenz. Diese vier Dimensionen lie­gen jeder Social Software zugrunde, unab­hän­gig von der kon­kre­ten Implementierung. Der Mehrwert für das Unternehmen steigt mit Zunahme der Komplexität der Dimension.
Abbildung 1: Vier Dimensionen von Social Software
Die klas­si­sche Erfolgsrechnung ist weit­läu­fig bekannt und mani­fes­tiert sich in Verfahren, wie dem Return On Investment (RoI) oder der Amortisationsrechnung. Beiden ist gemein, dass sie auf rein finan­zi­elle Kennzahlen abstel­len, die im Voraus exakt vor­er­mit­telt wer­den müs­sen. Dies stellt sich bei imma­te­ri­el­len Ressourcen, wie Fähigkeiten, Kompetenzen und stra­te­gi­schen Vermögenswerten natur­ge­mäß schwie­rig dar.
Abbildung 2: Arten von Ressourcen nach Bamberg/Wrona
Neuere Verfahren rich­ten den Blick weg von einer rei­nen Zahlungsstromorientierung, hin zu einer voll­um­fäng­li­chen Betrachtung von Kosten, Nutzen und mög­li­chen Risiken. Bekannte Modelle sind der Total Economic Impact (TEI), das Rapid Economic Justification (REJ) Modell und der Total Value Opportunities (TVO) Ansatz. Die meis­ten Verfahren die­ser Kategorie ver­wei­sen auf Interviews und Umfragen zur Ermittlung nicht leicht quan­ti­fi­zier­ba­rer Nutzenkomponenten und kor­re­spon­die­ren­der Risiken. Neueste Ansätze, bei­spiels­weise von Carpenter nähern sich der Thematik mit Sachverstand und ent­rückt von Modellzwängen. Angelehnt an die Bedürfnispyramide von Maslow, stellt er die mög­li­chen Einflussgebiete auf­stei­gend nach dem Grad der Nichtgreifbarkeit /Immaterialität und dem wach­sen­den Einfluss auf die Organisation dar. Dabei geht er auf die wesent­li­chen Faktoren für die kurz­fris­tige Rechtfertigung einer Investition (Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen) genauso ein, wie auf eher mittel- und lang­fris­tige Änderungen der Kundenzufriedenheit, der inner­be­trieb­li­chen Wertschöpfungskette und der unter­neh­mens­wei­ten Kommunikation und Zusammenarbeit.
Jedoch fehlt in die­sem Ansatz eine Annäherung an mög­li­che Risiken von Social Software.
Um die­sen oben genann­ten Dimensionen Rechnung zu tra­gen, wurde eine MindMap ent­wi­ckelt, wel­che für aus­ge­wählte Anwendungsgebiete von Enterprise Microblogging kon­krete Leistungsindikatoren defi­niert.
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Für die Anwendungsgebiete Projektmanagement, Ideen- und Innovationsmanagement und Führung wur­den kon­krete Nutzenindikatoren erar­bei­tet.
Mit Hilfe des TCO-Ansatzes wer­den die wich­tigs­ten Kostenfaktoren für den Betrieb einer Enterprise Microblogging Lösung zusam­men­ge­tra­gen. Im Mittelpunkt ste­hen dabei nicht die direk­ten Kosten, wel­che durch den gerin­gen Implementierungsaufwand gering sind. Vielmehr rücken indi­rekte Kosten, wie mög­li­che Schulungsaufwände, Produktivitätsverluste durch Einarbeitungszeiten der Anwender, die Administration und Nutzung durch die Anwender in den Mittelpunkt.
Zur Identifikation von kri­ti­schen Erfolgsfaktoren wur­den Interviews mit externen/internen Experten geführt und auf bereits exis­tie­rende Literaturquellen und Studien zurück­ge­grif­fen. Die Faktoren las­sen sich in die Kategorien Mensch, Organisation und Technik unter­glie­dern.
Fehlende Kontrolle/Steuerung, die Akzeptanz der Mitarbeiter/Führungskräfte und recht­li­che Aspekte spie­len dabei eine wesent­li­che Rolle. Aber auch tech­ni­sche Risiken, wie Systemausfall, Komplexität und Integrierbarkeit rücken durch die stei­gende Heterogenität der Systemlandschaft wei­ter in den Mittelpunkt.
Die Wertermittlung sozia­ler Verbindungen, oft als Social Networt Analsyis (SNA) bezeich­net, ist ein wei­te­rer span­nen­der Ansatzpunkt und sollte in umfang­rei­che­ren Studien wei­ter ver­folgt wer­den.
Die MindMap dient als Grundlage für die Entwicklung eines Modells zur Messung der Wirtschaftlichkeit von Social Software. Es bedient sich dabei der Methodik von TEI, der Maslow Pyramide von Carpenter und einer Kategorisierung der Erfolgs- und Risikodimensionen von Ritschler/Bächle in die Faktoren Mensch, Organisation und Technik.
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Abbildung 4: Erfolgsfaktoren
Aktuelle Herausforderungen sind:
  • Die iden­ti­fi­zier­ten Methoden bil­den ledig­lich einen gro­ben Rahmen und sind nicht an die Anforderungen von Social Software ange­passt
  • fest­ge­legte Strategien, wel­che Ziele man mit Enterprise Microblogging errei­chen will, kann keine Vor- oder Nachteiligkeit zu ermit­telt wer­den, dies lässt sich auf alle Enterprise 2.0 Vorhaben über­tra­gen
  • nur wenige Experten und Social Software Verantwortliche befas­sen sich ernst­haft mit der Ermittlung von mess­ba­ren Zahlenwerten, ohne diese wird das Verständnis der Vorteilhaftigkeit und des Nutzen aber bei vie­len Unternehmen gering blei­ben und dem Einsatz ent­ge­gen­ste­hen
  • die Entwicklung des Modells ist sehr indi­vi­du­ell und muss situa­ti­ons­spe­zi­fisch ent­wor­fen wer­den
  • interne und externe Faktoren bzw. Anwendungsgebiete von Enterprise Microblogging las­sen sich nicht ent­kop­peln (z. B.: erzeugt ein ver­bes­ser­tes Projektmanagement und die damit errun­ge­nen Vorteile nicht auch eine höhere Kundenzufriedenheit?!

Mit die­sem Beitrag wol­len wir Experten und Anwender glei­cher­ma­ßen zu einer Diskussion über die Messbarkeit von Social Software Aktivitäten anstos­sen:

  • Welche Verfahren wer­den heute schon zur Messung von Social Software Aktivitäten ein­ge­setzt?
  • Wie kann der Nutzen von Social Software am Besten dar­ge­stellt wer­den?
  • Stellt ein feh­len­der Business Case bzw. Zahlenwerk zur Nutzendarstellung tat­säch­lich eine Hürde zum Einsatz von Social Software insb. beim Management dar?

Wir freuen uns mit Ihnen aktiv über die­ses Thema zu dis­ku­tie­ren!

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Momentan schreibe ich meine Bachelorarbeit zum Thema "Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen". Der Fokus liegt dabei auf der Bestimmung und Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit. Bei mei­ner Recherche habe ich fest­ge­stellt, dass in der neue­ren Literatur immer wie­der betont wird, wie wich­tig Humankapital, Motivation der Mitarbeiter und Einflussgrößen wie F&Entwicklung sind. Allerdings ist es offen­sicht­lich schwie­rig diese Faktoren mess­bar zu machen, ins­be­son­dere wenn sie dem inter­na­tio­na­len Vergleich stand­hal­ten sol­len. Deshalb finde ich den Versuch soge­nannte "wei­che Faktoren" mess­bar zu machen ein super inter­es­san­tes Thema! Wie ist in die­sem Zusammenhang Wettbewerbsfähigkeit defi­niert? Sollen die "wei­chen Faktoren" anhand von Skalen bewer­tet wer­den, die dann in preis­li­che Fakoren trans­fe­riert und in den ROI ein­ge­fügt wer­den? Ich würde mich über eine Antwort freuen, weil mich diese Themen im Zuge mei­ner Bachelorarbeit beschäf­ti­gen.

@Manuela – Erste Anhaltspunkte, wie die Wettbewerbsfähigkeit abge­bil­det wer­den kann fin­dest du in der Strategy Map von Kaplan/Norton. Daraus wird ersicht­lich, dass die "wei­chen Faktoren" als Fundament einer jeden Organisation defi­niert sind. In Kombination mit effi­zi­en­ten internen/externen kun­den­ori­en­tier­ten Prozessen und den Produkt-/Serviceeigenschaften kann eine hohe finan­zi­elle Leistungsfähigkeit der Organisation erreicht wer­den. Ich habe anfangs auch ver­sucht Faktoren, wie Mitarbeiterzufriedenheit oder Informationsmanagement in finan­zi­elle Dimensionen umzu­rech­nen. Die Bewertung ist jedoch höchst sub­jek­tiv und nur schwie­rig zu ope­ra­tio­na­li­sie­ren. Beispielsweise misst das "Great-place to work Framwork" die Zufriedenheit mit einem Unternehmen als Arbeitgeber. Die Ergebnisse wer­den dabei auch "nur" mit einer nicht-finanziellen Kennzahl ver­gli­chen. Denn was ist ein zufrie­de­ne­rer Mitarbeiter im Vergleich zum Wettbewerb wert? 5 €, 50 € viel­leicht sogar 500 € monat­lich oder mehr? Oder ist die Überlegung, dass ein guter Arbeitgeber die bes­ten Talente anzieht, somit sein Humankapital stärkt und diver­si­fi­ziert und damit Innovationen vor­schub leis­tet geeig­ne­ter? Die Bewertungen sind auch stark von der jewei­li­gen Industrie abhän­gig. Ein Autobauer bei­spiels­weise könnte die Mitarbeitermotivation und den Output zuein­an­der in Beziehung set­zen. Wie setzt dies der IT-Dienstleister oder das Beratungsunternehmen um?
In der kur­zen Zeit für die Bachelorarbeit soll­test du, auf­grund der hohen Komplexität, nicht ver­su­chen die Faktoren zu for­ma­li­sie­ren. Aktuell ste­hen die Prämissen der Controlling-orientierten BWL auf dem Prüfstand und somit auch der hohe Operationalisierungsgrad. Ich kal­ku­liere den ROI nicht als finan­zi­elle Kennzahl. Es wird ein Fragebogen ent­wor­fen, wel­cher die mög­li­chen Einflüsse und Einflussgebiete nach den Lickert-Skalen bewer­tet, dazu wer­den Interviews mit Experten geführt.
Auch die Aussage "mit dem Tool wurde eine zen­trale Problemlösungsplattform geschaf­fen" kann ohne finan­zi­elle Bewertung für sich spre­chen.

[…] die­sem Blogbeitrag zu dem aktu­el­lem Stand sowie Ansätzen der Diplomarbeit wurde bereits ein Modell vor­ge­stellt, wel­che bei der Berechnung des RoI behilf­lich sein kann und […]

[…] rein in die Nachrichtenquelle bei Human Network Competence Bildung    Interview mit Dirk Röhrborn im Visuelle PR […]

Zum Thema Microblogging in Unternehmen würde ich auch gerne einige Informationen anbrin­gen, wel­che ich in einer Fallstudie gemein­sam mit Johannes Müller von Siemens Building Technologies Division gesam­melt habe.

Dabei ging es vor allem um die Diskussion, ob Enterprise Microblogging ein geeig­ne­tes Instrument im Wissensmanagement dar­stel­len kann und weni­ger um die Berechnung eines ROIs.
Ich habe die Fallstudie auf mei­nem Blog ver­öf­fent­licht und möchte diese gerne hier ver­lin­ken: http://www.alexanderstocker.at/2010/07/enterprise-microblogging-als-add-on-des.html

Übrigens freue ich mich schon auf den Vortrag von Communardo auf der von uns ver­an­stal­te­ten I‑KNOW 2010.

[…] rein in die ursprüng­li­chen Message bei Human Network Competence […]

Guten Tag!

Diese empi­ri­sche Arbeit wäre super brauch­bar um im Unternehmen auch die ROI Debatte pro Enterprise 2.0 Prokjekte bes­ser "über­ste­hen" zu kön­nen. Die oft ver­wen­de­ten zu all­ge­meine Schlagwörter wie WIssenmanagement, Produktivitäts- udn Performance wird erhöht etc. sind viel zu wei­che Beweise. Können Sie mir da wei­ter­hel­fen zum sta­tus quo?

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