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Livebericht vom Barcamp München: Spontante Session zum Enterprise 2.0

Die Session zum Enterprise 2.0 ist spon­tan ent­stan­den und fand in der Kantine statt. Mangels eines nutz­ba­ren Beamers schauen wir uns die Präsentation im Frogpond-Wiki von Martin Koser an! Immerhin sind 12–15 Teilnehmer da und ein­deu­tig die höchste Laptop-Dichte.

Martin Koser spricht zum Thema Unternehmenskultur als Grundvoraussetzung für Enterprise 2.0. Das scheint ein Henne-Ei-Problem zu sein. Aber: nicht erst auf den Kulturwandel war­ten, bevor Enterprise 2.0 gesta­ret wird. Enterprise 2.0 ist eher ein Weg als ein Ziel.  Seite 19 im Wiki zeigt harte und wei­che Faktoren für die Unternehmenskultur nach Peters und Waterman. Die IT ist heute leicht­ge­wich­tig und beherrsch­bar, die Kultur schwe­rer zu ver­än­dern.

Um Enterprise 2.0 zu meis­tern, braucht es per­so­nelle, struk­tu­relle, infor­ma­tio­nelle und tech­ni­sche Infrastruktur. Der Vortrag geht dann schnell wie­der auf die Frage der Kultur über mit dem Hinweis, dass für Social Media, wie z.B. Corporate Blogging, in Unternehmen Regeln vor­han­den sein soll­ten, die den Rahmen für die Nutzung bie­ten. Dabei geht es weni­ger um Reglementierung, son­dern darum einen grund­le­gen­den Rahmen zu schaf­fen, die dann durch kri­ti­sche Selbstkontrolle der Mitarbeiter umge­setzt wer­den.

Enterprise 2.0 erfor­dert eine Veränderung von Prozessen und Arbeitsweisen. Oft wird gefor­dert, dies nur schritt­weise zu tun, weil es anders nicht zu bewäl­ti­gen ist. Frank Hamm wirft (rich­ti­ger­weise) ein, dass kleine Schritte aber dann dazu füh­ren, dass die Chancen dann nur unge­nü­gend genutzt wer­den kann. Ein bewähr­ter Weg ist es, Leute zu fin­den und zu gewin­nen, die als Multiplikatoren die rich­ti­gen Kompetenzen mit­brin­gen, um neue Formen der Zusammenarbeit im Unternehmen zu för­dern. Dies ist eine lang­fris­tige Sache, die Geduld braucht. Ein Kick-Off unter dem Motto "Ab heute sind wir alle anders" hilft nicht wei­ter, da der Rückfall in das bis­he­rige gewohnte Verhalten schnell erfolgt.

Zwischenfazit: Es ist eine zen­trale Frage der Unternehmensführung, die Unternehmenskultur zu gestal­ten.

Aufgrund mei­ner eige­nen Session muss ich lei­der nun abbre­chen. Weitere Berichte fol­gen.

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Die Diskussion rund um das Thema "Unternehmenskultur als Grundvoraussetzung für Enterprise 2.0" erin­nert ein wenig an die Diskussion vor mehr als zehn Jahren, als die Unternehmen – im Mikrokosmos der Kommunikation – mas­sen­weise Groupware-Systeme ( das Internet als Makrokosmos sei hier ein­mal aus­ge­klam­mert) ein­führ­ten und die E‑Mail – als Medium – Telefonate und/oder per­sön­li­che Treffen im Unternehmen ersetzte. Jeder im Haus hatte seine E‑Mail-Adresse – auch Vorstände und Geschäftsführer – und war auf ein­mal für jeden immer erreich­bar, musste also bei­spiels­weise keine Audienz im Sekretariat der GeFü erbit­ten, wenn ihn etwas drückte. Was für eine kleine, aber bedeu­tende Revolution!! Nochmals 10 Jahre zurück: völ­lig undenk­bar. Aber es ging damals noch um mehr: was bedeu­tete cc (car­bon copy) – also der klas­si­sche Durchschlag – für mich und den ein­zel­nen? Zur Kenntnis? Reine Info? Reaktion? Durfte man die Rechtschreibung zuguns­ten der Geschwindigkeit ver­nach­läs­si­gen? Wie lang sollte eine elek­tro­ni­sche E‑Mail sein? Wie lange sollte ich eine E‑Mail spei­chern? Wen nehme ich mit cc, wen mit bc (blind copy) auf meine Nachrichten? Das alles mün­dete bei einem mei­ner Arbeitgeber Ende der 90er in einen Teil einer Diplomarbeit, mit der – heute sicher­lich etwas anti­quiert anmu­ten­den – Überschrift "Die zehn gol­de­nen Regeln bei der Kommunikation mit elek­tro­ni­scher Post". Aber es zeigt uns ganz deut­lich wie im Fall des Enterprise 2.0: dass neue Medien oder neue Möglichkeiten der Kommunikation nur EINEN Teil des Fortschritts aus­ma­chen, der andere, viel wich­ti­gere fin­det in unse­ren Köpfen statt. Wenn Kommunikation als wesent­li­cher, viel­leicht sogar als wich­tigs­ter Bestandteil von (Unternehmens-)Kultur (und als Voraussetzung von Unternehmenserfolg) ver­stan­den und gelebt wird, dann dürfte auch Enterprise 2.0 ein ähn­lich erfolg­rei­cher Weg bevor­ste­hen wie einst der guten, alten elek­tro­ni­schen Post.
 
Eine gute Woche wünscht Tino M. Böhler!
 

Hallo Dirk, danke für das "Protokoll" – ich habe mitt­ler­weile die Folien über­ar­bei­tet, sind unter http://is.gd/3XKN als Wiki-S5-Präsentation.

Die hohe Laptopdichte hat uns in die­ser Session geret­tet, die Session war so zwar recht unkon­ven­tio­nell aber irgend­wie auch gut …

Danke für die Bereitstellung der Folien. Das unkon­ven­tio­nelle ist genau das, was mir an Barcamp Sessions so gefällt! Leider konnte ich selbst nicht bis zum Ende dabei sein.

[…] in gewohn­ten Bahnen, zum einen hat Dirk Röhrborn bereits wäh­rend der Session ein klei­nes Protokoll gepos­tet, die Folien ste­hen im Wiki zur Verfügung (ja, sie ent­spre­chen grund­sätz­lich den […]

Die unkon­trol­lier­bare Unternehmenskultur…

Judita Ruske titelt ihren Artikel auf dem innovativ.in Business Blog "Visionär, authen­tisch, begeis­ternd, fle­xi­bel und nach­hal­tig" und schon bemerkt sie es:

Upps, jetzt habe ich schon ver­ra­ten, wie Unternehmenskultur aus mei­ner …

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