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Kommunikation ohne E-Mail in Unternehmen – geht das überhaupt?

Nein, ich behaupte schlichtweg, das geht nicht! Zumindest noch nicht und vor allem dann nicht, wenn sich in den Köpfen der Mitarbeiter und Führungsetage nicht einiges grundlegend verändert. Die Möglichkeiten, ohne E-Mail miteinander zu kommunizieren, gibt es schon länger. Interne Blogs, Enterprise Microblogs, Social Intranet Systeme – alles kein Neuland und oftmals auch schon in Unternehmen vorhanden.

Doch warum flüchten sich trotz dieser neuen Technologien Mitarbeiter immer noch in die 1:1 Kommunikation per E-Mail? Warum wird Privatsphäre der Transparenz vorgezogen? Warum wird am alten Opel Ascona festgehalten, wenn man doch mit dem neuen E-Hybrid-GTI durch die Gegend fahren könnte?

Gewohnte KommunikationWeil es funktioniert! Weil man alte Gewohnheiten nur ungern ablegt! Weil man sicher ist, dass nur der mitliest, der mitlesen soll! Weil alle das noch so machen!

Daher reicht es auch bei weitem nicht aus, einfach nur die Technik hinzustellen, wie Marlene Körber im PR-Blogger das als Fazit proklamiert, sondern es muss ein Prozess des Umdenkens eingeläutet werden, der sehr lange dauern kann. Man muss die Beschäftigten im Unternehmen langsam an die neuen Arbeits- und Kommunikationsmittel heranführen. Man muss ihnen die Bedeutung erklären und ihnen zeigen, was sich alles ändert und was dadurch und damit alles besser, schneller und einfacher läuft. Man muss sie diesen Prozess selbst mitgestalten lassen, um auch wirklich alle davon zu begeistern. Es geht hier um Begeisterung und nicht um Anordnung oder Anweisung.

Warum eigentlich „muss“? Muss sich ein Unternehmen wirklich auf die neue Enterprise 2.0 Ebene begeben, oder reicht es nicht doch aus, altbewährte Methoden weiter zu unterstützen?

MarktveränderungDer Markt verändert sich rasant. Die Entwicklungszyklen von neuen Produkten werden immer kürzer. Wettbewerber treten immer schneller auf den Plan. Die Konkurrenz aus dem Ausland, speziell aus dem asiatischen Raum, wird immer größer und dominanter. Dem Kunden stehen immer mehr Möglichkeiten und Alternativen zur Verfügung. Und auch der Mitarbeiter entscheidet sich immer schneller für ein anderes Unternehmen, wenn ihm das eigene nicht mehr zusagt.

Das Unternehmen, welches nach wie vor in der ersten Reihe spielen will, kommt nicht umhin, seine eigenen internen Prozesse den neuen Marktbedingungen anzupassen. Während früher ein Gartenzwerg in einer Woche entspannt geformt, bemalt und gebrannt wurde, sind heute die Entwürfe von vor einem Monat schon lange überholt, bevor das erste Exemplar der neuen Reihe überhaupt in den Regalen steht.
</Übertreibung aus>

Warum muss man die Mitarbeiter eigentlich erst an die neue interne Kommunikation heranführen? Eigentlich sind doch mittlerweile fast alle online, unglaublich Social Media affin und kennen sich mit Facebook, Blogs und Twitter aus?!

Rote KarteEben nicht. Die Social Media Branche lässt gern den Eindruck entstehen, alle sind social und alle sind miteinander vernetzt. Dabei vergisst man, dass Social Media in vielen Köpfen noch eine Art Blackbox ist. Man weiß zwar, dass es sie gibt, aber wie sie wirklich funktionieren und was man wie tun muss, um sie sich zu eigen zu machen, dass wissen nur die Geeks, die Nerds und die Heavy User. Der Otto Normalverbraucher hat zwar einen Facebook-Account, nutzt diesen aber nicht wirklich und wenn, dann nur unter großen Ängsten. Das andere Extrem sind die Leichtsinnigen, die alles von sich preisgeben, keine moralischen Grenzen kennen und glauben, die Welt lechzt nach Cat Content & Co.

Diese Menschen sollen nun die Prinzipien der Social Collaboration, das ernsthafte und effektiv produktive Arbeiten mit den neuen Social Software Tools von heute auf morgen verinnerlichen und anwenden? Niemals!

Gerade in der Unternehmenskommunikation ist ein sanftes Heranführen an die neuen Arbeitsweisen enorm wichtig, um Vertrauen zu schaffen, Sicherheit und Akzeptanz. Sowohl auf Beschäftigten- als auch auf Führungsebene.

Dann stehen die Chancen gut, dass es in wenigen Jahren heißt … bye bye E-Mail welcome Social Transformation.

 

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Avatar Marlene Körber

Dass die Mitarbeiter beim Wandel zum Enterprise 2.0 mitgenommen und mit einbezogen werden müssen, sehe ich genauso. Allerdings steht in dem erwähnten Beitrag im PR-Blogger auch an keiner Stelle, dass das nicht notwendig wäre. Es geht darin vielmehr um einen Zustand in der Zukunft und inwieweit sich bestehende Prozesse und Strukturen bis dahin voraussichtlich ändern werden und wie.
Heute läuft es leider oft so, wie es nicht sollte: Neue unternehmensinterne soziale Netzwerke werden eingeführt, ohne die Mitarbeiter zu beteiligen – und sind damit häufig zum Scheitern verurteilt. Damit das nicht passiert, sollten die Mitarbeiter unbedingt einbezogen werden.

Avatar Jan Pötzscher

Nun das war zugegeben etwas überspitzt formuliert. Sie sehen mir das hoffentlich nach. Im übrigen fand ich Ihren Beitrag, bis auf den fehlenden Change Aspekt, auf den Punkt und kann Ihnen in jeder Hinsicht zustimmen. Allerdings lud die Zwischenüberschrift „Alle Mitarbeiter werden Publizisten“ förmlich ein, einen Beitrag aus einer anderen Perspektive zu formulieren 🙂

VG Jan Pötzscher

Avatar Marlene Körber

Nun, ich bin in meinem Beitrag natürlich vom Idealfall ausgegangen, dass tatsächlich alle Mitarbeiter inklusive der Führungskräfte zu Publizisten werden …

Beste Grüße
Marlene Körber

Avatar Jan Pötzscher

daran arbeiten wir natürlich mit unseren Kunden auch und mit den richtigen Einführungsworkshops, Schulungen und Trainings kommt man diesem Ziel immer näher.

Avatar Dirk Röhrborn

Ich bin ganz persönlich davon überzeugt, dass auch in 10 Jahren E-Mail weiterhin ein ganz wichtiges Medium sein wird, sowohl im Austausch mit externen Partnern als auch für vertraulichen Austausch intern. Allerdings werden wir erleben, dass Dinge wie E-Mail, Direktnachrichten und 1:1 Chats konvergieren werden.

Die ganze „Zero-E-Mail“ Diskussion führt daher aus meiner Sicht in die völlig falsche Richtung. Es geht gar nicht um eine Abschaffung von E-Mail, die wie oben aufgezeigt weder möglich noch sinnvoll ist.

Es geht vielmehr in den Unternehmen neue Arbeitsweisen mit Hilfe von modernen Kommunikationstools zu etablieren und damit Arbeit produktiver, Teams agiler und kreativer und die Unternehmen letztlich damit erfolgreicher zu machen.

Um das zu erreichen braucht es neben einfach nutzbaren Tools insbesondere auch die Bereitschaft und die Fähigkeit von Führungskräften und Mitarbeitern, sich diese Arbeitsweisen zu eigen zu machen. Daher legen wir bei Communardo unseren Schwerpunkt verstärkt darauf, diese Voraussetzungen unter Einbeziehung und aktiver Mitwirkung von Anwendern aus der Fach- und Führungseben zu schaffen.

Auf diese Weise sehen wir bereits heute vermehrt erfolgreiche Enterprise Social Media Nutzung – nicht erst in 10 Jahren.

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