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IOM Summit 2013: Auf dem Weg zum Social Workplace - Eine Nachlese

IOM Summit 2013 – Eine Nachlese

Der IOM Summit 2013 ist nun seit einer Woche vor­bei – was habe ich mir ange­schaut, was blieb bei mir hän­gen – wie schaut’s aus „Auf dem Weg zum digi­tal Workplace“?

Als fes­ter Bestandteil der Enterprise 2.0 Community hat sich der IOM Summit in Köln eta­bliert. Das dies­jäh­rige Summit stand unter dem Motto: „Vom Intranet zum Social Workplace“.

Björn Negelmann sieht dies­be­züg­lich zwei Entwicklungslinien: Erstens die Weiterentwicklung des klas­si­schen Intranets zum Social Intranet, in dem par­ti­zi­pa­tive Elemente, wie Kommentare und Bewertungen, aber auch ver­stärk­tes Engagement und kri­ti­sches Feedback der Mitarbeiter stär­ker als bis­her ein­flie­ßen (kön­nen). Die zweite Entwicklungslinie auf dem Weg zum Social Workplace wird weni­ger über das Intranet an sich, als viel­mehr über die effi­zi­en­tere Zusammenarbeit (Social Collaboration) erklärt. Wenn Wissensarbeiter mit­tels moder­nen Informations- und Kommunikationswerkzeugen inter­agie­ren, kom­mu­ni­zie­ren und ihr Wissen tei­len, wenn Kollegen ihre Team- und Projektarbeit mit­tels Social Business-Werkzeugen umset­zen, dann ver­net­zen sich Mitarbeiter, dann ver­netzt sich eine Organisation und dann befin­det sich das Unternehmen auf dem Weg zum Social Workplace. So, das als kleine Vorrede, nun zu den Vorträgen und Eindrücken!

Oscar Berg

Oscar Berg (Strategist & Business Analyst, Avega Group AB, Schweden) sprach im ers­ten Vortrag u. a. über die Herausforderung für Wissensarbeiter, die nach mei­nem Empfinden bis heute nicht gelös­ten sind:

  • Wie arbei­ten wir an ver­schie­de­nen Orten gemein­sam zusammen?,
  • Wie orga­ni­sie­ren wir uns sinn­voll, wenn wir gefühlt immer stär­ker unter Zeitdruck stehen?
  • Wie kön­nen wir die Interaktion zu mehr Wissensaustausch ver­stär­ken, trotz stei­gen­den Distanzen zwi­schen Kollegen?

Meine Erkenntnis aus dem Vortrag war: Wir müs­sen aner­ken­nen, dass Veränderungen des „zusam­men Arbeitens“ nicht gleich­zu­set­zen ist mit der Optimierung klas­si­scher Geschäftsprozesse. Wir kön­nen hier auch keine Standardprozeduren ein­for­dern, weil wir sonst die vie­len Facetten der Zusammenarbeit abschnei­den wür­den. Oscar Berg sprach des­halb auch davon "I am actually not fol­low a pro­cess – I'm fol­low a cloud of acti­vi­ties". Wir müs­sen dem­nach stär­ker in der Logik von Services und Aktivitäten den­ken und weni­ger von Prozessen bzw. Prozessschritten. Für mich bedeu­tet dies dann auch, dass wir eben nicht in Funktionen von Anwendungslösungen den­ken, son­dern Arbeitsweisen dis­ku­tie­ren, die bes­ser erschei­nen, als die heutigen.

Präsentation CONNECT auf dem IOM Summit 2013, Axel Springer AG; Communardo

Neben den zahl­rei­chen Fachvorträgen zum Thema Enterprise 2.0 und des­sen Einführung stellte Sirka Laudon (Leiterin Personalentwicklung, Axel Springer AG) in einer Fallstudie die Erfahrungen der Einführung aus HR-Sicht vor. Mit dem Titel „Rückt mal ein Stück! Die digi­tale Welt zieht in ein Traditionsunternehmen ein“ stan­den expli­zit nicht-technologische Akzente im Vordergrund. Wenn Axel Springer in 5 Jahren auf 30 Millionen Smartphones prä­sent sein möchte, dann ist diese digital-vernetzte Welt auch intern bei den Mitarbeitern zu (er)leben. Mit der Vorstellung der Plattform CONNECT (Microsoft SharePoint 2013) soll die ver­netze Zusammenarbeit unter­stützt wer­den, flan­kiert mit einer Vielzahl von Change Management Aktivitäten. Stephan Grabmeier sagt per Twitter: „Respekt vor vie­len Kulturmaßnahmen, ja aber weni­ger geht nicht bei einer Transformation, sonst keine Ernsthaftigkeit“. Das Feedback zu den über­wie­gend kul­tur­ge­präg­ten Inhalten, sei es zu den Werkstattformaten für Führungskräfte oder Informationsvideos zur Unterstützung der Veränderungen kamen im Publikum und auf Twitter sehr gut an.

IMG_2343_webFür mich neu und sehr erfri­schend war der Technology Pitch der Sponsoren. Sie hat­ten alle die glei­che Aufgabe bekom­men, ein defi­nier­tes Szenario mit ihrem Produkt umzu­set­zen und zu Fragen der Anpassbarkeit, Datenschutz und Einführungsvorgehen Stellung zu bezie­hen. Die prä­sen­tier­ten Produkte waren IntrexxShare, SharePoint 2013, Viadesk, Just Software, aber auch Beratungsleistungen der Firma drivve wur­den vor­ge­stellt. Funktionale Unterschiede der Social Collaboration Werkzeuge sind mir ehr­lich gesagt kaum auf­ge­fal­len. Es gibt Unterschiede darin, wie gut der Umgang mit Office Dokumenten umge­setzt ist oder wie aktu­elle CRM- oder ERP-Systeme inte­griert sind. Über zahl­rei­che „Social“-Funktionalitäten ver­fü­gen sie alle!

Im Vortrag von Cap Gemini war ich über­rascht, dass bereits mehr als 50.000 Mitarbeiter das Social Network Werkzeug YAMMER (Microsoft) ein­set­zen. Hier kön­nen sich Mitarbeiter schnell zu Themen aus­tau­schen und Ansprechpartner fin­den. Interessant war zu sehen, dass bereits nach sehr kur­zer Zeit Fragen im Netzwerk beant­wor­tet wer­den, ohne dass man die Know-How-Träger expli­zit anspricht. Prof. Joachim Niemeier schrieb dazu: "Experte in 1 Min bei über 100.000 MA fin­den. Versuchen Sie das mal mit dem Telefon. LIKE“. Ein wich­ti­ger Punkt des Vortrages war der Datenschutz bei Cap Gemini. Hier besteht aktu­ell eine große Unsicherheit beim Einsatz von Cloud-basierten Werkzeugen in Deutschland. So müs­sen Kundennamen auf­wän­dig chif­friert wer­den und Kunden- oder Projektunterlagen in ande­ren Systemen vor­ge­hal­ten wer­den, um gel­ten­des Recht nicht zu ver­let­zen. Das wirkt für den Anwender der Systeme nicht wirk­lich einladend!

Aus dem Vortrag „Wissen trans­pa­ren­ter und das Unternehmen pro­duk­ti­ver machen mit dem Allianz Social Network“ (Allianz) bestä­ti­gen sich für mich zwei Erfolgsfaktoren:

  1. Erstens es kommt auf das interne Competence Center bei der Einführung von Social Business Werkzeugen an. Es reicht nicht aus, einen Dienstleister mit der Installation und Einführung zu beauf­tra­gen. Social Business muss von innen her gelebt und ver­tre­ten wer­den. Es geht weni­ger darum, einen Prozess mit einem ande­ren Werkzeug abzu­bil­den, bspw. die Arbeit von Word-Dokumenten in ein Wiki zu ver­la­gern, als viel­mehr bestehende, ela­bo­rierte Arbeitsweisen zu hin­ter­fra­gen. Können wir unsere interne Kommunikation via E‑Mail in Social Networking Dienste ver­la­gern, um durch Offenheit Abstimmungsaufwände zu redu­zie­ren und mehr Vertrauen schaf­fen? Können wir Entscheidungen so fäl­len, dass wir die bes­ten Ideen (Weisheit der Vielen) als Grundlage nut­zen und nicht aus der Positionsmacht von Führungskräften her­aus entscheiden?
  2. Die zweite wich­tige Botschaft des Vortrages war die Empfehlung, Szenarien-basiert vor­zu­ge­hen. Immer wie­der wer­den Social Business Werkzeuge über "Funktionen" in die Unternehmenswelt ein­ge­führt. Hier eine Funktion und da eine wei­tere. Ich emp­finde dies als extrem schwie­rig, da wir neue Denkweisen zu mehr Wissenstransfer, Interaktion und Teilhabe anstre­ben. Wenn nun auch noch kom­plexe Werkzeuge mit umfang­rei­chen Funktionen hin­zu­kom­men, rückt das Werkzeug und der Umgang damit (zu) stark in den Fokus. Allianz wählt hier den Ansatz über spe­zi­elle, anwen­der­spe­zi­fi­sche Szenarien eine virale Verbreitung des Werkzeugs zu erzeu­gen. Für mich steht fest, der Wissensarbeiter benö­tigt für seine Arbeit eine Handlungsempfehlung, wie er bei­spiels­weise im Zug trotz­dem pro­duk­tiv im Team arbei­ten kann, ohne Versionskonflikte, Zugriffsprobleme oder Doppelarbeiten zu erzeu­gen – gleich­zei­tig aber auch opti­mal infor­miert ist. Für genau diese und andere Situationen sind Szenarien zu defi­nie­ren und schließ­lich Verbesserungen vorzuschlagen.

Mit dem Vortrag „Relaunch der Intranet & Wissenmanagement-Konzepte der B. Braun Melsungen AG“ möchte ich meine Eindrücke vom IOM Summit '13 been­den. Für mich zeigt das Beispiel, dass ein anspre­chen­des Impuls- und Lernvideo zum Sinn und zur Bedienbarkeit des Werkzeuges, in dem auch die Anwendungssituation und Vorteile erklärt wer­den, wesent­lich erfolgs­kri­ti­scher ist, als tech­no­lo­gi­sche Features. Es macht Spass zu sehen, was der Anwender machen kann, wel­che Vorteile ihm das Arbeiten in einem Social Intranet bringt und wie das ganze Unternehmen von die­ser Art der Zusammenarbeit profitiert.

Deshalb plä­diere ich dafür, mehr Kommunikationsmaßnahmen durch­zu­füh­ren, die den Anwender abho­len. Wir müs­sen stär­ker die Sprache der Anwender spre­chen und die 2.0‑Konzepte für sie über­set­zen, damit die Einführung und Etablierung von Enterprise 2.0 funk­tio­niert. Wenn Infografiken zum Nutzen und zur Nutzung von Social Business und Lernvideos mit Alltagsszenarien erstellt wer­den, wenn krea­tive Einführungsformate gewählt wer­den, wo bei­spiels­weise Führungskräfte spie­le­risch ler­nen, die Scheu vor dem "Facebook im Unternehmen" able­gen und den Umgang mit Social Business Werkzeuge erler­nen kön­nen, wenn Mitarbeiter Antworten zum Arbeitsalltag bekom­men, dann errei­chen wir ein völ­lig neue Akzeptanz im Wissensmanagement und Social Collaboration-Umfeld und damit auch eine neue Qualität in der Zusammenarbeit zwi­schen Kollegen. Für mich hat sich der IOM defi­ni­tiv gelohnt, ich habe alte und neue Mitstreiter und Kollegen getrof­fen und in Gesprächen gemerkt, dass noch viel zu tun ist, bis eines Tages Social Software so selbst­ver­ständ­lich ein­ge­setzt wird, wie Mail oder Office Apps heutzutage.

6. Oktober 2013

Hallo, und danke für die aus­führ­li­che Nachlese 🙂

Besonders inter­es­sant finde ich die­sen Satz, den ich mal beim Kunden aus­pro­bie­ren werde: "“I am actually not fol­low a pro­cess – I’m fol­low a cloud of activities”.

VG, Ludwig

Herzlichen Dank für Ihr Feedback!

[…] Der IOM Summit 2013 ist nun vor­bei – was habe ich mir ange­schaut, was blieb bei mir hän­gen – wie schaut’s aus „Auf dem Weg zum digi­tal Workplace“? […]

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir beschäf­ti­gen uns für ein Uni Projekt mit der Thematik des Social Workplaces. Wir bera­ten in die­sem Falle ein Unternehmen (400 MA) , für wel­ches wir eine pas­sende Anwendung suchen. Wir haben ein Anforderungsprofil erstellt und wür­den uns freuen wenn Sie uns eine Bewertung für mög­li­che Anbieter erstel­len könn­ten. Es wäre uns eine große Hilfe wenn Sie mit uns in Verbindung tre­ten könn­ten, damit wir Ihnen das Anforderungsprofil zukom­men lassen.

Mit freund­li­chen Grüßen

Annelie Sophie Gudath

anneliegudath@gmail.de

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