Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden
0800 1 255 255

Für Sie gelesen: Enterprise 2.0 Studie – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung

Vor weni­gen Tagen haben Dr. Martina Göhring, Prof. Dr. Joachim Niemeier und Milos Vujnovic vom Esslinger Beratungsunternehmen Centrestage GmbH eine hoch­in­ter­es­sante Studie unter dem Titel "Enterprise 2.0 – Zehn Einblicke in den Stand der Einführung" ver­öf­fent­licht. Die Studie ist frei auf der Webseite des Unternehmens zum Download ver­füg­bar. Mit die­ser Veröffentlichung bele­gen die Autoren ein wei­te­res Mal ihre Kompetenzführerschaft im Themengebiet Enterprise 2.0 im deutsch­spra­chi­gen Raum. Wir haben die Studie für Sie gele­sen und wesent­li­che Aspekte zusam­men­ge­fasst.

Enterprise 2.0 ist reif für den brei­ten Einsatz im Markt. Allein der Umfang von 72 unter­such­ten Fallbeispielen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über unter­schied­lichste Branchen, Unternehmensgrößen und Anwendungsgebiete hin­weg ist ein Indiz dafür. Es sind nun nicht mehr allein die IT-affinen High-Tech Unternehmen, die auf Enterprise 2.0 set­zen, son­dern immer mehr Unternehmen aus klas­si­schen Branchen, wie z.B. Maschinenbau, Handel oder Finanzdienstleister. Bereits mehr als ein Drittel der unter­such­ten Unternehmen sind der Gruppe der "Pragmatiker" bzw. "Early Majority" zuzu­ord­nen, die anders als die "Visionäre" bzw. "Early Adopters" neue Ansätze und Technologien erst dann ein­set­zen, wenn deren Nutzen bei ande­ren Unternehmen bereits nach­ge­wie­sen wer­den konnte und ein ent­spre­chen­des Leistungsangebot von eta­blier­ten Anbietern nicht ver­füg­bar ist. Diese Studienergebnisse decken sich im Übrigen auch mit unse­ren eige­nen Beobachtungen aus Gesprächen mit Kunden und Interessenten von Communardo und dem gro­ßen Interesse an unse­ren Enterprise 2.0 Lösungsangeboten auf der Cebit 2010.

Die Mehrzahl der Fallbeispiele zeigt eine Ausrichtung auf den unter­neh­mens­in­ter­nen Einsatz zur Flexibilisierung von Prozessen, der Verbesserung der Zusammenarbeit und die Erreichung von Innovationen sowie eine tie­fer­ge­hende Vernetzung mit Kunden. Nur ein gerin­ger Teil nutzt Enterprise 2.0 zur Etablierung neuer Geschäftsmodelle. Eine Ursache könnte hier nach unse­rer Ansicht in den lang­jäh­ri­gen Vorerfahrungen in den Bereichen CSCW, Groupware und Wissensmanagement lie­gen, wäh­rend neu­ar­tige inter­net­ba­sierte Geschäftsmodelle sich erst in den letz­ten Jahren mas­siv ver­brei­tet haben. Hier liegt noch ein grö­ße­res Stück der "Lernkurve" vor den meis­ten Unternehmen.

Interessant für uns war vor allem auch die Erkenntnis, dass nur 17% der unter­such­ten Vorhaben "Bottom-up" bzw. als sog. "U‑Boot-Projekte", also von Mitarbeitern und Fachabteilungen initi­iert wur­den, aber immer­hin 36 % "up-down", also von Fachbereichen UND Top-Management und erstaun­li­che 47 % allein vom Management. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es u.U. eine Dunkelziffer an abtei­lungs­ge­trie­be­nen "U‑Boot-Projekten" gibt, die als sol­che eher sel­ten öffent­lich bekannt wer­den. Hier stellt sich die Frage, wel­cher Ansatz am ehes­ten zum Erfolg führt.

Neben die quan­ti­ta­ti­ven Ergebnissen bie­tet die Studie eine anschau­li­che Referenzstruktur für ein Enterprise 2.0 Projekt sowie eine Reihe prak­ti­scher Empfehlungen, u.a.:

  • Entscheidungsträger soll­ten sich nicht nur mit Enteprise 2.0 beschäf­ti­gen, son­dern auch per­sön­li­che Erfahrungen im Umgang damit sam­meln und als Führungskräfte mit gutem Beispiel vor­an­ge­hen.
  • Vorreiter (z.B. aus den "U‑Boot-Projekten") soll­ten nicht sak­tio­niert, son­dern als begeis­terte Multiplikatoren und Meinungsführer aktiv ein­ge­bun­den wer­den.
  • Auf dem Weg zum Enterprise 2.0 geht es nicht allein um die Bereitstellung von Werkzeugen, son­dern um eine neue Art der Managements, der Kommunikation und der Zusammenarbeit im Unternehmen. Dazu bedarf es einer auf das Unternehmen zuge­schnit­te­nen Strategie.
  • Bei der Formulierung die­ser Strategie soll­ten klare Ziele defi­niert wer­den, um eine klare Erwartungshaltung auf­zu­bauen. Kern dabei ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte im täg­li­chen Geschäft maß­geb­lich zu unter­stüt­zen.
  • Die inten­sive Aufklärung der Mitarbeiter über die rich­tige Nutzung von Enterprise 2.0‑Werkzeugen in geeig­ne­ten online- und offline-Qualifikationsmaßnahmen sollte ein fes­ter Bestandteil eines Einführungsprojektes sein.
  • Zur Auswahl der rich­ti­gen Werkzeuge sollte eine inten­sive Bedarfsermittlung, Evaluation und Pilotierung bei­tra­gen. Daran soll­ten Fachbereiche und Endanwender stets betei­ligt sein. Auf IT-Infrastruktur-Ebene muss die Basis für eine breite Anwendbarkeit geschaf­fen wer­den.
  • Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen soll­ten früh­zei­tig unter Einbindung von Führungskräften, Betriebsrat und Mitarbeitern geklärt wer­den. Eine enge Abstimmung hier schafft Sicherheit für die Mitarbeiter und Verbindlichkeit für die Inhalte.
  • Ein unter­neh­mens­wei­ter Roll-out ist oft ver­bun­den mit Veränderungen im Unternehmen, die durch ein akti­ves Change Management unter­stützt wer­den kön­nen. Zentral ist jedoch das pro­ak­tive Engagement des Top-Managements, um wich­tige Veränderungen vor­an­zu­brin­gen.

Unser Fazit: Die Enterprise 2.0 Studie von Centrestage ist eine emp­feh­lens­werte Lektüre für Führungskräfte und Fachleute aus Unternehmen, die den rich­ti­gen Start in ihr Enterprise 2.0 suchen.

Ergänzung (22.04.2010): Eine Präsentation zur Studie fin­det sich jetzt auf Slideshare.

Related Posts

[…] und Communardo als Enterprise 2.0 Lösungsanbieter posi­tio­niert und die wir bereits im Humannetworkcompetence Blog für Sie rezen­siert haben. Comment feed   Trackback URL […]

[…] wei­ter in der Quelle auf Human Network Competence Bildung    [L3T] L3T auf CiteULike […]

Comments are closed.

Pin It on Pinterest