Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden
+49 (0) 351/850 33-0

Entscheidungsfindung spielend leicht gemacht?

<< zurück zur Blogübersicht

Eigentlich hatte ich nicht vor, mich noch einmal von der OOP zu melden. Doch nachdem ich bereits meine Gedanken zu Agile Motivation – Why Agility Rocks geteilt hatte, hat ein daran anknüpfendes Thema mich dazu verleitet, den Stift erneut zu spitzen 😉 . Zuerst hat mich begeistert, wie in agilen Teams Techniken für das Entscheidungsfindung einfach und mit viel Spaß ausprobiert werden können (Entscheiden mit Werwölfen und Zombies). Und nach dem Genuss von Empowerment durch Sociocracy 3.0 inklusive „Gewinn“ eines Exemplars von Agile Spiele – kurz & gut habe ich noch ein bisschen weiter gestöbert und bin nun total motiviert, auch in unserem Team einiges davon auszuprobieren 🙂 .

Doch der Reihe nach.

Entscheidungsfindung mit Werwölfen üben

Von agilen Teams wird erwartet, dass sie in der Lage sind, selbständig Entscheidungen zu treffen. Und als ob dies nicht schon an sich herausfordernd genug wäre, setzt die zu verwendende Technik noch eine Hürde obendrauf. Es gibt es derer nämlich eine erkleckliche Auswahl und die meisten davon sind nicht in großer Breite bekannt oder zumindest nicht oft in Verwendung:Techniken zur Entscheidungsfindung

Der bei Entscheiden mit Werwölfen und Zombies vorgestellte Ansatz ist nun so simpel wie zündend: Man nehme das Spiel Die Werwölfe von Düsterwald und probiere (abweichend vom Original) in jeder Runde ein anderes Verfahren für die Entscheidungsfindung aus. Das wird nicht nur für viel Spaß in der Gruppe sorgen (motivationssteigernd! 🙂 ), sondern auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Techniken sprichwörtlich erlebbar werden lassen.

Noch ein paar Hinweise und Tipps:

  • Es ist ratsam, nicht zu viele Techniken auszuwählen – ansonsten zieht sich das Spiel zu sehr in die Länge. (Wenn die Werwölfe oder die Bürger „aufgebraucht“ sind, werden die Karten einfach neu gemischt.)
  • Mindestens ein Teilnehmer muss sich natürlich vorher mit den entsprechenden Verfahren befasst haben, um diese den anderen kurz vermitteln zu können. Bei manchen Techniken muss auch etwas vorbereitet werden.
  • Für das Ausprobieren der Verfahren ist es eventuell förderlich, jeweils alle Teilnehmer in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen – auch die „Zombies“.

Agilität und Spiele

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, habe ich in der (weiter unten näher beschriebenen) Soziokratie-Session das Buch Agile Spiele – kurz & gut „gewonnen“ (naja, eigentlich wurden die Bücher am Ende dann nur noch verteilt und ich hatte das Glück, eines in die Hände zu bekommen 🙂 ). Das passte ja nun super zu dem Thema „Entscheidungen spielend finden“. Und natürlich konnte ich mich nicht zügeln, sondern musste nach Ende des Konferenztages erstmal das Buch etwas näher erkunden. Es beschreibt eine wirklich erstaunliche Menge an Spielen bzw. spielerischen Einlagen für alle möglichen (agilen) Anlässe. Die Spiele veranschaulichen agile Prinzipien und Praktiken und sind nach Kategorien geordnet. Dazu gehören sowohl ganz „kleine“ (z.B. „Soziales Netzwerk“ als Opener für Meetings) als auch zeit-intensivere (wie z.B. SRUM LEGO®, wo über mehrere Sprints (und am besten mit mehreren Teams) hinweg ein LEGO®-Produkt beliebiger Komplexität erstellt wird.

Ich bin ein großer Fan davon, spielerisch Wissen zu vermitteln bzw. Erfahrungen zu sammeln. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Lerneffekt am größten in der Gruppe ist und obendrein noch gesteigert wird, je mehr Spaß die Gruppe dabei hat. Und selbst wenn das Team einmal „nur Spaß“ ohne tieferen Lerneffekt haben sollte, wird es immer noch zur Motivation beitragen 🙂 .

Sociocraty 3.0

Und was hat das Ganze nun mit Soziokratie zu tun? Ganz einfach, eine 3er Gang von Agile-Enthusiasten hat in Anlehnung an die Definition von Soziokratie  unter der „Marke“ Sociocracy 3.0 einen praktischer Leitfaden für die Entwicklung agiler Organisationen zusammengestellt. Dieser basiert auf sieben Prinzipien, die die Kultur in der Organisation prägen (sollen):

7 principles of sociocraty 3.0

(Quelle: https://sociocracy30.org/the-details/principles/)

Der Leitfaden enthält zusätzlich zu den Prinzipien eine große Auswahl an für verschiedene Kategorien (z.B. Meetingpraktiken) anwendbaren Patterns. In der Ressourcenbibliothek gibt es noch viele (hilfreiche) Illustrationen und Erklärungen, und die ausführliche Version als PDF findet sich hier.

Und genau diese Initiative hat die eingangs erwähnte OOP-Session Empowerment durch Sociocracy 3.0 vorgestellt und unter Verwendung  eines selbst erlebten Beispieles aus dem Agile-Coach-Alltag plastisch illustriert. Und wie es der Zufall so will, ging es dabei um, na? – Entscheidungsfindung 😀 .

5. Februar 2020

Kommentar hinterlassen


Pin It on Pinterest