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Entscheidungsfindung spielend leicht gemacht?

Eigentlich hatte ich nicht vor, mich noch ein­mal von der OOP zu mel­den. Doch nach­dem ich bereits meine Gedanken zu Agile Motivation – Why Agility Rocks geteilt hatte, hat ein daran anknüp­fen­des Thema mich dazu ver­lei­tet, den Stift erneut zu spit­zen 😉 . Zuerst hat mich begeis­tert, wie in agi­len Teams Techniken für das Entscheidungsfindung ein­fach und mit viel Spaß aus­pro­biert wer­den kön­nen (Entscheiden mit Werwölfen und Zombies). Und nach dem Genuss von Empowerment durch Sociocracy 3.0 inklu­sive "Gewinn" eines Exemplars von Agile Spiele – kurz & gut habe ich noch ein biss­chen wei­ter gestö­bert und bin nun total moti­viert, auch in unse­rem Team eini­ges davon auszuprobieren 🙂 .

Doch der Reihe nach.

Entscheidungsfindung mit Werwölfen üben

Von agi­len Teams wird erwar­tet, dass sie in der Lage sind, selb­stän­dig Entscheidungen zu tref­fen. Und als ob dies nicht schon an sich her­aus­for­dernd genug wäre, setzt die zu ver­wen­dende Technik noch eine Hürde oben­drauf. Es gibt es derer näm­lich eine erkleck­li­che Auswahl und die meis­ten davon sind nicht in gro­ßer Breite bekannt oder zumin­dest nicht oft in Verwendung:Techniken zur Entscheidungsfindung

Der bei Entscheiden mit Werwölfen und Zombies vor­ge­stellte Ansatz ist nun so sim­pel wie zün­dend: Man nehme das Spiel Die Werwölfe von Düsterwald und pro­biere (abwei­chend vom Original) in jeder Runde ein ande­res Verfahren für die Entscheidungsfindung aus. Das wird nicht nur für viel Spaß in der Gruppe sor­gen (moti­va­ti­ons­stei­gernd! 🙂 ), son­dern auch die Vor- und Nachteile der ein­zel­nen Techniken sprich­wört­lich erleb­bar wer­den lassen.

Noch ein paar Hinweise und Tipps:

  • Es ist rat­sam, nicht zu viele Techniken aus­zu­wäh­len – ansons­ten zieht sich das Spiel zu sehr in die Länge. (Wenn die Werwölfe oder die Bürger "auf­ge­braucht" sind, wer­den die Karten ein­fach neu gemischt.)
  • Mindestens ein Teilnehmer muss sich natür­lich vor­her mit den ent­spre­chen­den Verfahren befasst haben, um diese den ande­ren kurz ver­mit­teln zu kön­nen. Bei man­chen Techniken muss auch etwas vor­be­rei­tet werden.
  • Für das Ausprobieren der Verfahren ist es even­tu­ell för­der­lich, jeweils alle Teilnehmer in die Entscheidungsfindung mit ein­zu­be­zie­hen – auch die "Zombies".

Agilität und Spiele

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, habe ich in der (wei­ter unten näher beschrie­be­nen) Soziokratie-Session das Buch Agile Spiele – kurz & gut "gewon­nen" (naja, eigent­lich wur­den die Bücher am Ende dann nur noch ver­teilt und ich hatte das Glück, eines in die Hände zu bekom­men 🙂 ). Das passte ja nun super zu dem Thema "Entscheidungen spie­lend fin­den". Und natür­lich konnte ich mich nicht zügeln, son­dern musste nach Ende des Konferenztages erst­mal das Buch etwas näher erkun­den. Es beschreibt eine wirk­lich erstaun­li­che Menge an Spielen bzw. spie­le­ri­schen Einlagen für alle mög­li­chen (agi­len) Anlässe. Die Spiele ver­an­schau­li­chen agile Prinzipien und Praktiken und sind nach Kategorien geord­net. Dazu gehö­ren sowohl ganz "kleine" (z.B. "Soziales Netzwerk" als Opener für Meetings) als auch zeit-intensivere (wie z.B. SRUM LEGO®, wo über meh­rere Sprints (und am bes­ten mit meh­re­ren Teams) hin­weg ein LEGO®-Produkt belie­bi­ger Komplexität erstellt wird.

Ich bin ein gro­ßer Fan davon, spie­le­risch Wissen zu ver­mit­teln bzw. Erfahrungen zu sam­meln. Ich bin der fes­ten Überzeugung, dass der Lerneffekt am größ­ten in der Gruppe ist und oben­drein noch gestei­gert wird, je mehr Spaß die Gruppe dabei hat. Und selbst wenn das Team ein­mal "nur Spaß" ohne tie­fe­ren Lerneffekt haben sollte, wird es immer noch zur Motivation beitragen 🙂 .

Sociocraty 3.0

Und was hat das Ganze nun mit Soziokratie zu tun? Ganz ein­fach, eine 3er Gang von Agile-Enthusiasten hat in Anlehnung an die Definition von Soziokratie  unter der "Marke" Sociocracy 3.0 einen prak­ti­scher Leitfaden für die Entwicklung agi­ler Organisationen zusam­men­ge­stellt. Dieser basiert auf sie­ben Prinzipien, die die Kultur in der Organisation prä­gen (sol­len):

7 principles of sociocraty 3.0

(Quelle: https://sociocracy30.org/the-details/principles/)

Der Leitfaden ent­hält zusätz­lich zu den Prinzipien eine große Auswahl an für ver­schie­dene Kategorien (z.B. Meetingpraktiken) anwend­ba­ren Patterns. In der Ressourcenbibliothek gibt es noch viele (hilf­rei­che) Illustrationen und Erklärungen, und die aus­führ­li­che Version als PDF fin­det sich hier.

Und genau diese Initiative hat die ein­gangs erwähnte OOP-Session Empowerment durch Sociocracy 3.0 vor­ge­stellt und unter Verwendung  eines selbst erleb­ten Beispieles aus dem Agile-Coach-Alltag plas­tisch illus­triert. Und wie es der Zufall so will, ging es dabei um, na? – Entscheidungsfindung 😀 .

5. Februar 2020

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