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Enterprise Microblogging: Fallstudien auf der Enterprise 2.0 Konferenz

IMG_2192In diesem Blog ist an verschiedenen Stellen nachzulesen, daß Enterprise Microblogging eines der wichtigsten Themen von Communardo im Bereich Enterprise 2.0 ist. Die Session „Case Studies in Enterprise Microblogging“ mit Irwin Lazar (Moderator, Nemertes Research), Brad Garland (Garland Group), Wim Hofland (Sogeti) , Dan York (voxeo) und Scott Mark (Medtronic) war daher ein Pflichttermin. Hier die Notizen zu dieser Session. (Im Foto sind die Personen von rechts nach links zu sehen.)

Garland Group

Die Garland Group ist ein IT-Beratungsunternehmen im Bankenbereich. Garland nutzt Cubetree, um die Kommunikation mit den Mitarbeitern an den verschiedenen Standorten zu verbessern. Ein SaaS-basierter Ansatz war für das im sicherheitssensitiven Bankenbereich tätigen Unternehmen ausgeschlossen. Eine eigene Installation hinter der Firewall war eine Grundvoraussetzung. Eine wichtige Rolle für das interne Microblogging hat die Möglichkeit gespielt, eine solche Technologie zunächst intern auszuprobieren, bevor man sich (als risikoaverses Unternehmen) damit im Internet z.B. für die Kundenkommunikation beschäftigt.

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Sogeti

Sogeti hat 20.000 Mitarbeiter in 14 Ländern. Man hat viele Tools ausprobiert, wie z.B. Twitter, Yammer. Es begann als eine vollständig informelle Aktivität, die sich schnell über Ländergrenzen verbreitet hat. Innerhalb von 2 Jahren hat es sich zu einer formellen, sehr lebendigen Plattform entwickelt. Es wird auf Lotus Connections gesetzt, auf dessen Einsatz auch das Management großen Wert legt. Yammer ist in der Zwischenzeit wieder eingeschlafen.

Voxeo

Voxeo ist ein Softwareanbieter für Kommunikationsplattformen. Voxeo hat Yammer ausführlich mit Present.ly und Status.Net verglichen. Yammer wurde umfangreich genutzt und hat eingangs (6-7 Monate) sehr gut funktioniert. Danach ist die Nutzung eingeschlafen. Nachdem Instant Messaging als (gespeicherter) Gruppen-Chat eingeführt wurde, ist die Nutzung von Yammer zurückgegangen. Yammer hat sich nicht so gut in den Arbeitsfluss integriert, das hat die Akzeptanz behindert.

Medtronic

Medtronic hat 30.000 Mitarbeiter weltweit im Pharmabereich, und ist damit starker staatlicher Regulierung unterworfen. Neben Sharepoint wird Yammer mit ca. 1.000 Nutzer genutzt, allerdings in einem eher experimentellen Status. Dabei wurden durchaus Widerstände deutlich. Bisher werden Microblog-Nachrichten noch nicht archviert, die Anforderungen dafür besteht jedoch. Bei Medtronic wird es auch als Wert angesehen, wenn Nutzer („Lurker“ i.S. des Nielsen Phänomens) nicht schreiben sondern den Microblog nur beobachten, um sich wichtige Informationen dort herauszuziehen. Bei Medtronic ist der Microblog ein Platz für gelegentliche Kommunikation mit einer sehr starken Orientierung auf Innovation.

Mein Fazit

Erstaunlicherweise sind (außer Sogeti) fast alle dieser Fallstudien noch im exerimentellen Stadium, bei einigen ist die Nutzung nach anfänglicher Euphorie wieder eingeschlafen. Die Nutzung von Microblogging folgt bei diesen Firmen keiner strategischen Ausrichtung. Deutlich wurde auch, dass die meisten entweder kostenfreie Dienste nutzten oder eine kostenpflichtige interne Installation. Häufig genannt wurde auch die Anforderung, dass sich das Microblogging in den täglichen Arbeitsfluss und damit in die allgegenwärtige Arbeitsumgebung (Intranet, Portal, PIM) integriert und nicht „noch ein weiterer“ Kommunikationskanal wird.

Hinweis: Die Fallstudie zum Einsatz von Communote als Microblogging-Plattform in unserem Unternehmen Communardo ist verfügbar. Erste Auswertungen zur Intensität der Nutzung sind in diesem Blog nachzulesen. Weitere Einsatzmöglichkeiten für Microblogging finden sich im Communote-Blog.

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Enterprise Microblogging Fallstudien auf der #e2conf. Ich bin wenig begeistert. http://bit.ly/3ucClL
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Danke für die Berichte von der #e2conf RT @DirkRoehrborn: Enterprise Microblogging Fallstudien …bin wenig begeistert. http://bit.ly/3ucClL
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mich würde interessieren, ob sie microblogging-widgets benutzt haben (ich vermute: nein).
also so etwas wie thwirl, AlertThingy usw.  genau das macht nämlich den vorteil von IM usw. aus, was die unterbrechung des arbeitsflusses betrifft. es geht um „full-screen web pages“, die man ausdrücklich „besucht“, im gegensatz zu widgets, die continuous partial presence und continuous partial attention unterstützen, die sich unten in der statusleiste verbergen und nur manchmal nach vorn geholt werden.

(die ‚großen‘ mehrspaltigen Twitter-clients a la Tweetdeck machen IMHO keinen sinn in begrenzteren umgebungen wie hier. die situation in unternehmen entspricht eher den frühzeiten von twitter, als man 10, 20, maximal 30 leuten folgte bzw. gefolgt wurde.)

Martin, Danke für Deine Frage. Es wurde auch über Clients gesprochen, wobei die Meinungen dabei durchaus auseinander gingen. Was sich zusammenfassend in Kürze sage lässt ist, dass man sich das Microblogging-Feature dort wünscht, wo man normalerweise arbeitet. Für den einen ist das Outlook, für den anderen ein Intranet, für den nächsten der Instant Messaging Client und für den übernächsten so etwas wie Twirl oder Tweetdeck. Wobei man dabei nicht vergessen darf, dass Microblogging für alle Leute im Panel ein sekundäres Kommunikationstool ist und eben kein zentrales.

Nun ja.. auch bei Enterprise 2.0 sollte man sich mit den guten alten Dingen wie Zielsetzung, Nutzer, Nutzungsmotivation und Mehrwert beschäftigen. Nur herumexperimentieren bringt in vielen Fällen nicht den gewünschten Erfolg.

offensichtlich n nicht angekommen! RT @DirkRoehrborn: Enterprise Microblogging Fallstudien a d #e2conf wenig begeistert http://bit.ly/3ucClL
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This post was mentioned on Twitter by DirkRoehrborn: Enterprise Microblogging Fallstudien auf der #e2conf. Ich bin wenig begeistert. http://bit.ly/3ucClL

Alexander, das ist genau richtig. Was hier in San Francisco interessant zu beobachten war ist genau eine Bewegung hin zur Orientierung an Unternehmenszielen, Nutzermotivation und Mehrwert im Alltag. Insbesondere wird hier in den USA inzwischen auch substantiell im Bereich Enterprise 2.o Umfeld investiert. Dies gilt allerdings in der Regel für die klassischen Werkzeuge, wie z.B. Portale, Wikis, Blogs & Co. Microblogging scheint in den Unternehmen hier meist noch im Experimentierstadium, was u.U. auch daran liegt, dass diese Technologie im Vergleich auch noch etwas jünger ist bzw. erst seit vergangenem Herbst in die Unternehmen drängt.

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