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Disruptive Innovation

Oder – Was ist, wenn es nicht mehr ist?

Wie kommt man eigent­lich auf wirk­lich neue, alles ver­än­dernde Ideen? Wie erschaffe ich Dinge, die unser Leben ver­än­dern? Es im bes­ten Fall ver­ein­fa­chen aber in jedem Fall schö­ner machen! DIE Innovationen, die im Nachhinein gar nicht mehr weg­zu­den­ken sind! Wo jeder das VORHER ver­gisst und das NACHHER nicht mehr mis­sen möchte!

Disruptive InnovationEin klei­nes Gedankenexperiment: Betreiben wir erst ein­mal etwas Feldarbeit, set­zen den Menschen in Szene und fah­ren gemein­sam eine Runde Traktor. Dank dem Internet der Dinge, smar­ter Technologien und ver­netz­ten Kartoffeln ist ein Traktor heute eine Hightech-Ernte-Maschine auf Rädern. Fernsteuerbar, selbst­fah­rend, Daten ein­sam­melnd und aus­wer­tend, fast schon selbst­den­kend. Aber Moment: auf Rädern?

Warum wird immer mehr Technik in das Gefährt gestopft, aber der Traktor an sich ist immer noch da? Evolutionär betrach­tet fährt der Traktor zwar selb­stän­dig, aber nicht genauer als der Mensch. Dieser hat jetzt nur immer mehr Zeit um sich auf die Optimierung der Feldbearbeitung zu kon­zen­trie­ren und nicht ums Fahren an sich. Zeigen wir jedoch einem klei­nen Kind einen Traktor von Früher ohne tech­ni­schen Firlefanz, und einen getarnt als Hightech-Ernte-Power-Maschine – es würde zu bei­den „Traktor“ sagen. Es ver­än­dert sich bis­her „nur“ die Technik intern.

Der nächste logi­sche Schritt ist, den Menschen aus der Szene zu ent­fer­nen. Und genau das macht uns Menschen Angst. Nicht weil wir dann nicht mehr gebraucht wür­den, denn so ist es nicht. Wir steu­ern die Ernteprozesse nur nicht mehr On-Board son­dern @home, sozu­sa­gen. Was uns wirk­lich Angst macht ist ein selbst­fah­ren­der Mähdrescher, der alles­fres­send, unkon­trol­liert und selb­stän­dig auf die Straße abbiegt, das nächste Dorf in Menschenmehl ver­wan­delt und nur noch eine rie­sige Staub-Cloud hinterlässt.

Aber ist eine selbst­fah­rende Hightech-Ernte-Maschine schon die alles ver­än­dernde dis­rup­tive Innovation?

Ich denke nicht. Ich denke, man sollte sich fra­gen: Was ist, wenn es nicht mehr ist? Alle Technik, allen IoT-Zauber und alle smar­ten Dinge habe ich aber immer noch zur Verfügung. Und am Erntevorgang wird sich auch so schnell nichts ändern. Die Kartoffel muss aus der Erde. Wie stelle ich das an, wenn der Traktor voll­kom­men aus mei­nen Gedanken gelöscht ist? Wie sähe eine Erntemaschine aus, die sich jeg­li­cher neuen Technologie bedient?

Ein wei­te­res schar­fes Beispiel ist der Rasierer.

Stefan Hentschel (Industry Leader Technology & Mobile Advertising – Google Deutschland) spricht hier https://www.youtube.com/watch?v=9VGjym6IeY0   ab Minute 53 von der Evolution des Nassrasierers. Evolution. Stets und stän­dige Verbesserung, Neuerung ein und des­sel­ben Gegenstandes. 1, 2, 3, sechs Klingen, hin­ter Gittern, mit Schutz vor  Hautirritationen und und und. Auch hier ent­steht eine dis­rup­tive Innovation nur, wenn man den Rasierer wie er jetzt ist aus der Szene ent­fernt. Weg damit!
Wie komme ich den­noch zu einem glat­ten Gesicht, Achseln oder Beinen? Das Ergebnis steht wei­ter­hin im Raum, nur wie komme ich kom­plett neu gedacht dahin? „Oder wol­len Sie nur die Erfinder der sie­ben­ten Klinge sein?“, fragt Hentschel etwas ket­ze­risch am Ende sei­ner Ausführungen.

Disruptive Innovation - Revolution„Chancen und Potenziale für Durchbruchsinnovationen las­sen sich erken­nen, wenn Unternehmen genau hin­schauen, etwa beim Beschwerdemanagement. Wo Kunden sich beson­ders häu­fig, etwa über zu kom­plexe und zu viele Produktfunktionen, beschwe­ren, wo Abläufe lang­wie­rig und schwer­fäl­lig sind oder wo der Preis vie­len poten­zi­el­len Käufern zu hoch ist, kön­nen Innovationsmanager und Unternehmensgründer Ansätze für Durchbruchsinnovationen entdecken.

Wer den Markt sei­ner Branche oder angren­zende Märkte beob­ach­tet, wer seine Kunden genau kennt und auch Nicht-Kunden unter die Lupe nimmt, kann unent­deck­tes Potenzial für dis­rup­tive Innovationen erken­nen und nutzen.“

Quelle: http://www.business-wissen.de/artikel/disruptive-innovationen-die-regeln-der-branche-radikal-veraendern/

Genau hin­schauen!

Nicht wir sind das Maß aller Dinge! Unsere Kunden und deren (ver­steckte) Bedürfnisse sind es! Diese gilt es zu ana­ly­sie­ren, zu beob­ach­ten und zu hin­ter­fra­gen! Emphatie, Geduld und die Fähigkeit Dinge genau zu beob­ach­ten, sind eine sehr gute Voraussetzung um Potenziale für dis­rup­tive Innovationen zu erken­nen. Erfährt man erst ein­mal viel dar­über, was der Landwirt den gan­zen Tag und Monat für Aufgaben zu bewäl­ti­gen hat, sam­melt man schnell fun­dierte Ideen, die dann im Team wei­ter­ge­dacht wer­den kön­nen. Dazu muss man den Nutzer ein Stück bei sei­ner täg­li­chen Arbeit beglei­ten, O‑Töne auf­neh­men, Probleme her­aus­hö­ren und das Potenzial von Work-arounds erkennen!

Disruptive Innovation - Zitat

Denken wir neu! Denken wir uns was ist, wenn es nicht mehr ist!

Warum selbst­fah­rende Autos erschaf­fen, die immer noch aus­se­hen wie Autos? Wozu braucht es noch ein Cockpit und Lenkrad, wenn der Fahrer aus der Szene ent­fernt wurde? Was möchte ich als Mensch tun, wenn ich mich nicht mehr ums Fahren küm­mern muss? Wie würde zukünf­tig ein den neuen Aufgaben ange­mes­se­nes Von-A-nach-B-Kommen aus­se­hen? Was würde uns Menschen begeis­tern und nicht ängstigen?

Die Welt durch Kinderaugen sehen!

Unsere Kinder und deren wie­derum wer­den mit selbst­fah­ren­den Autos, feld­über­span­nen­den Ernte-Kränen und ultrapink-strahlenden Ganzkörperhaarentfernern so selbst­ver­ständ­lich umge­hen, wie wir mit Smartphones und spre­chen­den Kühlschränken heute. Sie ken­nen nicht das VORHER, son­dern nur das DANACH. Und genau das macht es so char­mant die Welt auch mal durch Kinderaugen zu sehen.

Damit es immer ein DANACH gibt, braucht es uns UXler als empa­thi­sche Weltverbesserer mit Mut zum Scheitern, einem Händchen für Nutzer und offe­nen Augen und Ohren für neue Ideen!

 

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