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Atlassian JIRA 4.3 - Integration JIRA und Confluence

Am 16. März 2011 veröffentlichte Atlassian gleich drei neue Produktversionen: JIRA 4.3 zusammen mit Greenhopper 5.5 sowie Confluence 3.5. Grund genug, die neue JIRA-Version genauer zu betrachten.

Im Überblick gibt es vor allem vier Schwerpunkte, die aufpoliert wurden:

  1. Integration von JIRA und Confluence
  2. verbesserte Suchmöglichkeiten
  3. Vereinfachung der JIRA Administration
  4. kostenfreier JIRA Workflow Designer

Eine Übersicht über alle neuen Funktionen von JIRA 4.3 bieten die Release Notes von Atlassian.

Dieser Artikel ist der erste einer ganzen Reihe, der die Neuerungen von JIRA 4.3 näher beleuchtet.

Die Vorarbeit

Um JIRA und Confluence zu verknüpfen, muss eine Anwendungsverknüpfung (Application Link) zwischen beiden Instanzen hergestellt werden:

Anwendungsverknüpfung hinzufügen Es ist ausreichend, diese Verknüpfung in einer Instanz (hier: Confluence 3.5) zu konfigurieren. Die verbundene Instanz (hier: JIRA 4.3) übernimmt diese Konfiguration automatisch.

Nachdem die Verknüpfung erstellt wurde, muss die ausgehende und eingehende Authenti- fizierungsart festgelegt werden. Es gibt hier drei verschiedene Optionen, von denen jeweils mindestens eine konfiguriert werden muss.

1. Vertrauenswürdige Anwendungen

Diese Art der Authentifizierung erlaubt es einer Anwendung bestimmte Funktionalitäten der verknüpften Anwendung zu nutzen, ohne dass sich der Nutzer erneut anmelden muss.  Der Nutzer kann dadurch z.B. in Confluence die gleichen Vorgänge abfragen, die er auch im JIRA sehen darf. Dieses Vorgehen eignet sich vor allem dann, wenn beide Anwendungen über die gleichen Nutzer verfügen. In den nachfolgenden Bildern ist die Konfiguration für JIRA als vertrauenswürdige Anwendung im Confluence abgebildet:

Ausgehende AuthentifizierungEingehende Authentifizierung











2. OAuth Authentifizierung

OAuth ist ein Protokoll, dass es einer Webanwendung ermöglicht, Daten mit jeder anderen, externen, OAuth-konformen Anwendung auszutauschen. Diese Authentifizierung eignet sich für Anwendungen, die sich gegenseitig vertrauen, aber unterschiedliche Benutzer besitzen. Atlassian empfiehlt ausdrücklich die Verwendung von SSL für die Anwendungen, die mittels OAuth verbunden werden sollen.

Für die ausgehende Authentifizierung kann es erforderlich sein, dass der Benutzername und das Passwort für den entfernten Server (hier: JIRA) angegeben werden muss. Der Server "erlernt" die Identität des lokalen Servers (hier: Confluence) für das OAuth-Protokoll und der Administratorzugang wird dazu benutzt, um den öffentlichen Schlüssel des lokalen Servers auf dem entfernten Server zu speichern. Nach Klick auf den Button "Aktivieren" wird die lokale Anwendung automatisch als "Consument" und die entfernte Anwendung als "Service Provider" registriert.

Für die eingehende Authentifizierung reicht es, den "Aktivieren"-Button zu betätigen. Dadurch wird die entfernte Anwendung als "Consument" und die lokale Anwendung als "Service Provider" festgelegt.

3. Basiszugriff

Der Basiszugriff erlaubt es, die hinterlegten Anmeldedaten zwischen der lokalen und der entfernten Anwendung auszutauschen. Das bedeutet, wenn die Anmeldedaten für einen JIRA-Administrator benutzt werden, dann kann die andere Anwendung jede Funktionalität nutzen, auf die der Administrator Zugriff hat. Diese Zugriffsart sollte nur zwischen sicheren Anwendungen benutzt werden. Atlassian rät explizit, eine der beiden anderen Authentifizierungsarten zu benutzen.

Integration von JIRA in Confluence

Nachdem die Verbindung der Systeme hergestellt ist, ist im Rich Text Editor einer Confluence-Seite ein neues Icon verfügbar:

Rich Text Editor von Confluence

Über dieses Icon wird der Dialog "JIRA-Issue einfügen" aufgerufen. Dieser Dialog besitzt drei verschiedene Sichten:

Dialog "JIRA-Issue einfügen" - Kürzlich angezeigt1. Kürzlich angezeigt

In dieser Ansicht werden die zuletzt angesehenen Issues des gewählten JIRA Servers aufgelistet. Als Standard ist immer der Server ausgewählt, der in der Anwendungsverknüpfung als primäre Instanz festgelegt wurde.

Dialog "JIRA-Issue einfügen" - Neuen Vorgang erstellen2. Neuen Vorgang erstellen

Diese Ansicht ermöglicht es dem Nutzer ein Issue direkt in Confluence zu erstellen. Die Maske bietet die Möglichkeit den Server, das Projekt und den Vorgangstypen zu wählen. Der Nutzer kann für den neuen Vorgang lediglich die Zusammenfassung und die Beschreibung angeben. Leider gibt es keine Möglichkeit den Dialog nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Sind z.B. für einen Vorgang weitere Pflichtfelder anzugeben, so erhält der Nutzer eine Fehlermeldung, wenn er versucht einen Vorgang über diese Maske zu erstellen. Nutzt man aber die Standardeinstellungen für den gewünschten Vorgangstyp, so wird der Vorgang nach Bestätigung im JIRA erstellt und das entsprechende Makro auf der Confluence-Seite eingefügt:

{jira:SUN-4|server=JIRA 4.3}

Dialog "JIRA-Issue einfügen" - Suche3. Suche

Der Dialog bietet außerdem die Möglichkeit nach Issues zu suchen. Der Nutzer hat die Möglichkeit im ausgewählten Server entweder mittels JQL (JIRA Query Language), einem einzelnen Vorgangsschlüssel (z.B. SUN-4) oder einfachem Text zu suchen. Wird ein Vorgang selektiert und anschließend "Einfügen" geklickt, wird das Makro für diesen einen Vorgang eingefügt (siehe oben). Mittels Auswahlbox hat der Nutzer aber auch die Möglichkeit die gesamte Ergebnisliste als Tabelle einzufügen. Im Text wird das Makro

{jira:project=sun|server= JIRA 4.3}

eingefügt und als Tabelle gerendert:

Suchergebnistabelle in der Confluence Seite

Wenn der Nutzer mit der Makro-Syntax vertraut ist, kann das Makro auch direkt in

Integration von Confluence in JIRA

Confluence Gadgets FensterUm Confluence Inhalte in JIRA einzubinden, werden Gadgets benutzt. Die Integration des Gadgets in JIRA erfolgt über dessen URL. Die URL eines Gadgets kann im "Confluence Gadgets Dialog" (im Menu "Durchsuchen" der Confluence Instanz) ermittelt werden. Der Dialog listet alle verfügbaren Confluence Gadgets der Confluence Installation auf. Zu jedem Gadget wird ein Link "Gadget URL" angegeben, der (z.B. über das Kontextmenü) in die Zwischenablage kopiert wird.

Gadget-Verzeichnis in JIRAIn der JIRA Instanz wird nun das Dashboard aufgerufen und via "Gadget hinzufügen" das Gadget-Verzeichnis aufgerufen. Der Nutzer wählt anschließend "Gadget zum Verzeichnis hinzufügen". In dem sich öffnenden Dialog muss die kopierte URL des Gadgets eingefügt und mittels "Gadget hinzufügen" bestätigt werden. Anschließend ist das neue Gadget im Gadget-Verzeichnis auswählbar.


Fazit

Die Integrationsmöglichkeiten haben sich mit Confluence 3.5 und JIRA 4.3 stark verbessert. Allerdings zeigen sich auch schnell Grenzen auf, z.B. beim Erstellen neuer, angepasster Vorgänge in Confluence. Aber die Erfahrung lehrt, dass entweder über Plugins oder durch Atlassian selbst in einem der nächsten Releases diese Grenzen gemindert werden.

In dem nächsten Artikel, werden die Neuerungen der Suche von JIRA 4.3 erörtert.

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