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Agile Motivation – Why Agility Rocks

Aktuell habe ich das Vergnügen, in München bei der OOP (der Konferenz für Software-Architektur) zu wei­len. Und so nutze ich aus­gie­big die Gelegenheit, mir nütz­li­ches und "unnüt­zes" 😉 Wissen anzu­eig­nen und auch mal einen Blick über den Tellerrand zu wer­fen. Die Session, die mich (als noch ziem­lich frisch­ge­ba­cke­nen Scrum Master) heute am nach­hal­tigs­ten beschäf­tigt hat, war "Agile Motivation – Why Agility Rocks".

Und da die Session live "auf­ge­zeich­net" wurde (wirk­lich beein­dru­ckend), kann ich bei mei­nen Gedanken auch noch auf die Ergebnisse der Live-Visualisierung zurückgreifen:

Live Graphic Recording

Die These: Motivation ist der Schlüssel zum Überleben für Organisationen. Agilität schafft Motivation, bes­ser und nach­hal­ti­ger als jeg­li­che "Belohnungssysteme":

Motivation und Motivatoren

Konkret drehte es um die Psychologie der auto­no­men Motivation und die drei Hebel, die diese beeinflussen:

  • Autonomie
  • Kompetenz
  • Verbundenheit

Die gute Nachricht: An die­sen Hebeln kön­nen wir selbst schrau­ben und damit die Entwicklung einer nach­hal­ti­gen auto­no­men Motivation ermöglichen:

Agile Motivation

Autonomie

Die Möglichkeit, Entscheidungen zu tref­fen, füt­tert unse­ren "inne­ren Motor" Motivation.  Im agi­len Team sind wir umge­kehrt auch dar­auf ange­wie­sen, dass die Mitarbeiter die rich­ti­gen Fragen stel­len und gegen unvor­her­seh­bare Herausforderungen belast­bar sind.

Merke: Nicht das Team vor "allem Unbill" bewah­ren, son­dern auch mal mit dem Unvorhergesehenem fer­tig wer­den lassen!

So weit, so klar. Was mir neu war und mich auch immer noch beschäf­tigt: Bewertungen sind demo­ti­vie­rend, selbst lobende Bewertungen! Ein anschau­li­ches Beispiel: Wenn wir ein Kind loben, weil es ein Bild mit einem Haus drauf gemalt hat und dabei eine Bewertung vor­neh­men ("Das ist aber ein sehr schö­nes Bild"), brem­sen wir die Motivation und die Weiterentwicklung des Kindes aus. Es wird stän­dig wie­der Bilder von Häusern malen (dafür bekommt es ja  anschei­nend Lob) und nicht auf die Idee kom­men, auch mal was ande­res zu pro­bie­ren. Und wir wer­den womög­lich nie­mals erfah­ren, was der braune Klecks neben der Tür dar­stellte (einen Maulwurfshügel) und dass in dem Haus noch ein Schatz ver­steckt war.

Merke: Nicht das Ergebnis oder das Verhalten wert­schät­zen, son­dern die Anstrengungen auf dem Weg dahin! Und: Wertschätzung zeigt sich auch darin, dass wir uns mit dem Ergebnis befassen.

Kompetenz

Das Entwickeln von Kompetenzen ist ein intrinsi­sches mensch­li­ches Bedürfnis. Leider wird die­ses Bedürfnis allzu oft "abge­würgt" und die Denkweise ein­ge­schränkt. Aber nur bei einem offe­nen Mindset wer­den Fähigkeiten und Kreativität entwickelt:

Fixed vs. Growth Mindset

Merke: In der Vergangenheit gemachte Fehler sind sind nicht pein­lich, son­dern indi­zie­ren (Kompetenz-) Wachstum. Wir kön­nen stolz dar­auf sein, diese über­wun­den zu haben!

Verbundenheit

Mit "Verbundenheit" sind sowohl die mensch­li­chen Beziehungen zuein­an­der als auch das Eingebundensein in einen grö­ße­ren Kontext (meh­rere Teams, die Firma, …) gemeint. Das Bewusstsein für den eige­nen Beitrag för­dert die Verbundenheit, woge­gen Bonussysteme diese sogar beein­träch­ti­gen können.

Autonome Motivation wird durch die Gewissheit gestärkt, dass Fehler erlaubt ("nor­mal") sind. Ein inter­es­san­ter Ansatz ist der "Ideenengel": Jede Idee wird will­kom­men gehei­ßen, es gibt keine fal­schen oder dum­men Ideen.

Merke: Psychologische Sicherheit ist die Basis für Verbundenheit.

Fazit

"Wahre Agilität" dient den oben erwähn­ten Hebeln erstaun­lich gut (was umge­kehrt übri­gens genauso gilt)! Das ist aber kein Selbstläufer und es gibt dafür auch keine Dauergarantie, son­dern wir müs­sen kon­ti­nu­ier­lich dort hin­ein inves­tie­ren. Wenn wir es jedoch falsch anpa­cken, kön­nen wir hoch moti­vierte Teams in Mobs von Zombies ver­wan­deln, die  "Dienst nach Vorschrift" machen, d.h. ledig­lich nach Spezifikation kodie­ren oder arbei­ten, aber keine Eigeninitiative zei­gen oder gar Verantwortung übernehmen.

5. Februar 2020

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