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2009 ist der Durchbruch für den breiten Einsatz von Enterprise 2.0 – Ein Bericht vom E 2.0 Summit

In der ersten Keynote von Oliver Marks, zu Beginn der Konferenz wurde deutlich womit sich das Enterprise 2.0 Summit in diesem Jahre20summit beschäftigt: „Es stellt sich nicht mehr die Frage ob Unternehmen Enterprise2.0 einsetzen, sondern wie.“ Der Grund dafür ist einfach: Der Wandel zu Enterprise 2.0 bietet (noch) einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil den es zu nutzen gilt.

Die ausgewählten Praxisbeispiele (u.a. Otto, Siemens, SUN, Westaflex, Bundeswehr) zeigten deshalb nicht warum man Enterprise 2.0 einsetzen sollte sondern wie weit die Durchdringung  in den Unternehmen bereits ist. Der Einsatz von Social Software in Unternehmen steht vor der entscheidenden Schwelle Bestandteil täglicher Arbeitsprozesse zu werden. Hierbei gilt es nun alle Mitarbeiter in einem Unternehmen einzubinden und zu erreichen. Das Experimentierstadium ist beendet. Enterprise 2.0 ist spätestens jetzt eine Management- und Führungsaufgabe. Es bedarf einer umfassenden Strategie und konkreten Vorgaben sowie Anweisungen zum täglichen Einsatz in der Arbeit (top-down). Die Bottom-up Prozesse der frühen Phase (überwiegend auch schon sehr wohlwollend vom Management getragen) haben zum Teil zu 2.0 Silos geführt die es gilt aufzubrechen. Ein Instrument von wenigen Geeks und Einzelnen in der Firma ist auf dem Weg zu einem breiten Einsatz. Hieran sind auch Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit und Einfachheit der Anwendungen verknüpft. Zeitgleich muss der spielerische Ansatz von Web 2.0 in mehrwert- und nutzenstiftende Anwendungs- und Nutzungsszenarien übertragen werden, ohne das Motivation für eine breite Beteiligung und der Spaß am „mitmachen“ verloren geht. Auch sollten wir weg kommen von Expertenbegriffen und Bezeichnungen verwenden die jedem auch nicht-internet und web2.0 affinen Mitarbeiter den Nutzen deutlich macht.

In den Diskussionen und Vortragsbeiträgen zum Thema Unternehmenskultur zeigte sich deutlich dass sich unaufhaltsam ein Wechsel von Push zu Pull vollzieht. Insbesondere die Rolle des Mittelmanagements wird zwar nicht wie oftmals beschworen wegfallen, aber sich stärk verändern. Sie ist davon geprägt weniger Sprachrohr und mehr Moderator und Communitymanager zu sein.

Die Adaption von Enterprise 2.0 wird den Firmen besonders schnell gelingen die heute bereits eine sehr offene und auf Vertrauen basierende Kultur prägen. Wir dürfen also auf den ausgelösten Wandel gespannt sein.

Von den Konferenzteilnehmern (hierzu eine Beobachtung zur Frauenquote) wurde die Frage nach dem Umgang mit realtime communication eindrucksvoll demonstriert: twittern, bloggen und das ist neu: gemeinsames Mitschreiben und Gedankensortieren parallel zu Vorträgen auf Google Wave. All diese Aktivitäten der Zuhörer während der Panels lieferte schliesslich auch noch viel Gesprächsstoff in den „realen“ Pausen. e20s_workshopDer Besuch von Konferenzen und das Teilnehmerverhalten hat sich aus meiner Sicht signifikant verändert. Dies stellt eine neue Herausforderung an Konferenzteilnehmer sowie Vortragende dar. Konsequent war deshalb der Einsatz von kollaborativen Elementen in der Konferenz selber. Wann ist schon eine so grosse Anzahl von Experten und Wissensträgern versammelt? Da liegt es doch nahe die Teilnehmer selber untereinander aktiv auszutauschen statt sie nur zuhören zu lassen. Der Gedanke eines Open Spaces wurde durch die Aufforderung zum aufschreiben von Themen und Fragestellungen auf roten (Handlungsbedarf, schlechte Erfahrungen) und grünen (gute Erfahrungen) Zetteln zum Thema Enterprise 2.0 aufgenommen. Folgende Themen konnten als Ergebnis geclustert werden: Assesment, Motivation&Cultivation, Moderation&Gardening, Change Management, Governance, Killer Bees, Roll-out&Integration. Die Themen wurden im Anschluss in kleinen Arbeitsgruppen bearbeitet und gegenseitig präsentiert. Meine bisher ausgeführten Beobachtungen bestätigten sich in der „Farbcodierung“ der Themen (Anteil grüner und roter Zettel). Somit besteht aus Sicht der Teilnehmer überwiegend handlungsbedarf bei den Themen Governance, Change Management und Gardening.

Das Thema Enterprise Microblogging, vermehrt auch treffender als „social communication“ bezeichnet, ist in aller Munde. Im Gegensatz zu dem Einsatz von Wikis und Blogs sind die Erfahrungen hierzu noch sehr rar und umso stärker das Interesse Microblogging im Unternehmen als offenen Informations- und Kommunikationkanal insbesondere für Projekt- und Teamkommunikation sowie Innovationsmanagement einzusetzen. Kein Wunder, denn lt. Hinchcliff besteht die tägliche Arbeit zu 70 % aus Kommunikation. Und gerade in diesem Bereich ist ein gewaltiges Potenial zu bergen. In meiner Arbeitsgruppe zu „killer beens“ stand das Thema ebenfalls weit oben. Aus meiner Sicht ein Indiz, dass social communcation heute da steht wie der Einsatz von Wikis und Blogs im Unternehmensumfeld vor etwa 2 Jahren. Es ist also nur die Frage der Zeit bis social communcation zu einem festen Bestandteil der internen Kommunkation im Unternehmen wird.

Im Rahmen der Keynote von Dion Hinchcliff zum Abschluss des Summits verwundert es somit nicht das er „social messaging“ als eine sehr wichtige Entwicklung im Umfeld von Enterprise 2.0 hervorhob. Weiterhin konnte er berichten, dass Deutschland nach den USA der zweitwichtigste Markt für Enterprise 2.0 ist. Seine Aussage fundiert er auf Befragungen von Softwareherstellern nach der regionalen Verteilung ihrer Social Software Installationen. Auch unterstrich er abschliessend die Wichtigkeit von Communitymanagement bei Social Media.

Die offizielle Dokumentation der Veranstaltung findet sich hier.

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jeos
RT @jeos: 2009 ist der Durchbruch von Enterprise 2.0 – (M)ein Bericht vom E 2.0 Summit #e20s #enterprise20 http://bit.ly/3DGMZc
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[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von jens osthues und Dirk Röhrborn, Torsten Lunze erwähnt. Torsten Lunze sagte: jeos RT @jeos: 2009 ist der Durchbruch von Enterprise 2.0 – (M)ein Bericht vom E 2.0 Summit #e20s #enterprise20 http://bit.ly/3DGMZc […]

Die Dokumentation bei Google Waves („collaborative note taking and discussion“) findet man übrigens bei den „publiv waves“ unter dem Tag ‚e20s‘.

Danke für den Überblick 🙂
Ich reibe mich etwas an dem Begriff „Social Communication“. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive ist anzumerken das Kommunikation immer schon sozial ist.
Ich bin im Web schon öfter über diese Begriffsschöpfung gestolpert. Deshalb interessiert es mich besonders woher der Begriff stammt und was er beschreiben soll.

[…] Bericht zum Enterprise 2.0 Summit in der vergangenen Woche in Frankfurt a.M. findet sich im Humannetworkcompetence Blog. Comment feed   Trackback URL   […]

2009 ist der Durchbruch für den breiten Einsatz von Enterprise 2.0 … http://ow.ly/1623VY
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