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Installation eines Jira Data Centers in der Amazon AWS Cloud

Dieser Artikel liefert kurz und kompakt einen Einblick zur Installation von Atlassian Jira Data Center in der Amazon AWS Cloud. Dabei wird eine Übersicht gegeben, welche Voraussetzungen, Infrastrukturkomponenten und Installationsschritte zur Realisierung notwendig sind.

Mit der Data Center Option bietet Atlassian ein Lösung für bessere Skalierbarkeit und höherer Verfügbarkeit. Zur der Installation auf eigenen traditionellen Servern, ist Atlassian Jira, Confluence, Bitbucket und HipChat auch für ein Deployment auf der Amazon AWS Cloud vorbereitet. Für die Installation eines Jira Data Centers stellt Atlassian komplette Infrastruktur- und Konfigurationsvorlagen bereit. Diese nutzen zahlreiche Funktionalitäten der AWS Cloud und bieten damit ein Deployment inkl. aller Softwarekomponenten in wenigen Minuten, unterstützt von einem Installationsassistenten.

Alle Vorteile der Data Center Option können hierbei genutzt werden und bieten auf einer Cloud-Infrastruktur sogar noch weitere Vorteile. Eine sehr einfache Installation und Skalierbarkeit nach Auslastung der Anwendung bzw. Anpassung an das Wachstum durch ein Active-Active-Cluster. Die Anzahl der parallel aktiven Jira-Serverknoten kann ohne Downtime innerhalb von Minuten erhöht oder auch wieder gesenkt werden. Auch bei Hardwareausfällen kann die Anwendung so weiterhin verfügbar bleiben. Die bereitstellte Konfiguration ist schnell eingesetzt, aber im Vergleich zur Atlassian Cloud Option bleibt die Anwendung komplett unter eigener Kontrolle. Alle Services können je nach Anforderung verändert oder angepasst werden.

AWS bietet hier so genannte Cloud Formation Templates an. Hierüber können recht einfach neue virtuelle Server, Festplatten, Load Balancer und Netzwerke als Self Service aufgebaut und konfiguriert werden. An dieser Stelle findet sich eine ausführliche Dokumentation für Atlassian Jira – die Templates können natürlich auch eingesehen werden. Ein Deployment ist in unterschiedlichen Regionen der Welt möglich, bspw. USA, EU (inkl. Frankfurt) und Asien.

Voraussetzungen

Für ein Deployment eines Jira Data Centers in der Amazon Cloud reicht schon ein AWS Account aus. Wird der Account für mehrere Projekte, Abteilungen oder Kunden eingesetzt, kann mit AWS Organizations eine bessere Trennung der Kontengruppen erreicht werden. Für ein komplettes Setup reicht der kostenfreie „AWS Free Tier“ leider nicht aus. Für die Bereitstellung der virtuellen Maschinen (EC2) wird noch ein SSH-Key benötigt, dieser kann später für den Zugang auf die virtuellen Maschinen genutzt werden. Er kann pro Region einfach über die AWS Console hochgeladen werden.

Zu beachten ist, dass für die gewünschte Region ausreichend Ressourcen über die EC2 Quota freigeschaltet sind. Eine Erweiterung der Ressourcen wird zügig freigeschaltet und ist zunächst kostenfrei, es zählt nur deren Nutzung. Achtung: Nicht alle Amazon AWS Regionen eignen sich für das Deployment. So gibt es einige notwendige Dienste (z.B. Elastic File System/EFS), welche nur in bestimmten Regionen zur Verfügung stehen. Eine Übersicht gibt es bei AWS.

Architektur

Das Infrastruktur-Template ist bereits für ein Cluster ausgelegt, also für mehrere Knoten virtueller Maschinen, um die Verfügbarkeit und die Skalierbarkeit zu erhöhen, sowie einen redundant ausgelegten Service bereitzustellen. Die einzelnen Knoten befinden sich in unterschiedlichen Verfügbarkeitszonen einer Region. Zusätzlich wird ein Load Balancer bereitgestellt, um die Anfragen auf eine variable Anzahl an Jira-Serverknoten zu verteilen. Für die Datenhaltung wird entsprechend den Systemanforderungen zum einen eine PostgreSQL-Datenbank und zum anderen ein gemeinsam genutztes Dateisystem als Network File System (NFS) automatisch mit aufgesetzt. Alle Dienste werden „as a Service“ von AWS angeboten und automatisch miteinander verknüpft. Eine manuelle Installation oder Konfiguration der Datenbank oder des NFS-Dateisystems entfällt.

Umsetzung

Nun geht es an die Installation. Wir beginnen beim AWS Quick Start für Atlassian Jira. Zunächst entscheiden wir uns für einen bestehenden oder neuen Virtual Private Cloud (VPC). Anschließend können wir uns durch einen Assistenten zum Setup der Infrastruktur und der Konfiguration der Anwendung klicken. Zwingend vorausgesetzt werden im Assistenten die Eingabe der Verfügbarkeitszone innerhalb der verwendeten Region, Datenbankpasswörter, SSH-Key und Produkttyp (z.B. JIRA Software oder Service Desk). Die Produktlizenzen werden erst später im Setup benötigt.

jira-on-aws-architecture

Hinweis: Das Jira Data Center wird zunächst mit nur einem Knoten begonnen. Dieser Wert sollte erst später nach vollständigem Setup angepasst werden. Die Skalierung der Clusterknoten bis hin zur maximalen Anzahl erfolgt manuell oder über die CPU Auslastung der vorhandenen Knoten. Sollen permanent eine Mindestanzahl von parallelen Clusterknoten vorhanden sein, kann dies ebenfalls später in dem Template definiert werden.

Das Deployment benötigt einige Zeit die Ressourcen zu akquirieren und zu konfigurieren. In der AWS Console können wir den einzelnen Komponenten dabei zusehen, wie sie erstellt werden.

JIRA_Data_Center_CF_Creation

Bevor wir zum Setup der Anwendung über die Weboberfläche kommen, müssen wir noch einen kleinen Bug beim initialen Setup über den Load Balancer umschiffen. Hier muss das Ping Protocol des Health Check des Load Balancers temporär auf TCP umgestellt werden. Während des Setups existiert die geforderte Statusseite noch nicht. Nachdem Jira eingerichtet ist, kann das Ping Protocol wieder auf HTTP zurückgestellt werden.

Nun kann die Einrichtung der Jira Anwendung über die Weboberfläche mit den üblichen Schritten erfolgen.

Wie wir gesehen haben, ist es durch die guten Vorarbeiten in Form von kompletten Infrastruktur- und Konfigurationsvorlagen von Atlassian möglich, innerhalb von kurzer Zeit ein Jira auf der AWS Cloud zu installieren. Hinsichtlich Anwendung und Infrastruktur bleiben uns natürlich alle Optionen der Anpassung offen. Die Cloud Formation Templates sind einsehbar und können angepasst werden, sofern andere Anforderungen existieren.

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