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Communardo wird internationaler – unser erstes Team in Tirana ist am Start

Die zurückliegende Woche haben Andreas, Softwarearchitekt und CC-Leiter, und ich in der albanischen Hauptstadt in Tirana verbracht. In diesem Blogpost möchte ich einige meiner Eindrücke schildern. Unser Ziel war es gemeinsam mit Elison, unserem Verantwortlichen vor Ort, ein erstes Team von drei Softwareentwicklern zu rekrutieren, die künftig unsere Produktentwicklung verstärken sollen.

Natürlich wollten wir auch ein wenig dieses – vielen bei uns zuhause weitgehend unbekannte und mit Vorurteilen behaftete – Land und seine Leute kennenlernen. Von Beginn an haben wir eine große Gastfreundschaft verspüren können. Wir erlebten eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, wie sie in vielen Gegenden in der westlichen Welt kaum noch anzutreffen sind.

Besonders spannend waren natürlich die Bewerbungsgespräche mit überwiegend sehr jungen Menschen, die nach ihrem Studium an staatlichen oder privaten Hochschulen auf der Suche nach einer Chance sind, beruflich voranzukommen, sich zu entwickeln und eine gute Lebensgrundlage aufzubauen. Dabei war es erschütternd zu erfahren, wie oft diese Menschen von ihren bisherigen Arbeitgebern, albanischen und auch westlichen, enttäuscht, ausgenutzt oder gar betrogen wurden. So ist es nur allzu verständlich, dass es vielen Bewerbern eingangs schwer fällt, den von uns vorgetragenen Schilderungen zur Arbeit bei uns wirklich Glauben zu schenken.

Umso mehr begeistert es uns, dass wir mit Erida, Klevin und Andi drei tolle Kandidaten auswählen und quasi umgehend auch eine Zusage von ihnen erhalten konnten. Wir freuen uns darauf, ab April gemeinsam mit ihnen zu arbeiten und sie auch als Menschen näher kennenzulernen. Diese Arbeit wird nicht nur unsere Produktentwicklung voranbringen, sondern auch Communardo ein Stück mehr Internationalität verleihen.

Neben den vielen Gesprächen zur Bewerberauswahl hatten wir vor allem an den Abenden Zeit und Gelegenheit, Tirana ein wenig näher kennenzulernen. Ins Auge springen sofort die großen Gegensätze zwischen hochwertig gestalteten Ausgehvierteln wie bspw. zu Zeiten der Diktatur abgeriegelten und nur Mitgliedern des kommunistischen Regimes vorbehaltenen Quartier Blokku im Zentrum und einer meist maroden Bausubstanz und Infrastruktur an vielen Stellen außerhalb des Zentrums. Tirana ist eine recht junge Stadt, die in den letzten Jahren extrem schnell gewachsen ist. Es gibt wenig wirklich alte Architektur, die leider nur teilweise liebevoll restauriert wird. Im Zentrum entstehen in direkter Nähe zu den wenigen alten Gemäuern immer mehr Büro-Hochhäuser, die jedoch oft auch aus Spekulationsgründen ungenutzt leerstehen. Touristisch und auch architektonisch interessant sind die Bauten (Museen, Theater, Prachtbauten, Bunker, u.a.m.) aus der Zeit des Kommunismus. Die Wohnbebauung wird dominiert vom Beton, wobei es an einigen Stellen gut gelungen ist, mit bunten Farben an den Fassaden einen freundlichen Anblick zu erzeugen.

In Tirana finden sich eine ganze Reihe moderner Gebäude von Hochschulen und Universitäten, die oft privat finanziert und sicher nicht ohne strategischen Hintergrund aus anderen Nationen gesteuert werden. Ebenfalls auffällig ist die Vielzahl an großen Callcentern im Stadtbild, die offenbar einen wichtigen Teil der hiesigen Wirtschaft ausmachen.

Eine Besonderheit Albaniens ist das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen. Während nur wenige Kilometer nördlich im ehemaligen Jugoslawien die letzten Jahre von großen Konflikten beherrscht wurden, blieb Albanien davon glücklicherweise vollständig verschont. Im Zentrum Tiranas sind orthodoxe Kirchen nur wenige Schritte von Moscheen entfernt. Der Ruf des Muezin ist regelmäßig zu hören und doch trifft man nur wenige sichtbar religiös gekleidete Menschen im Stadtbild. Im Alltag scheinen Religionen für viele Menschen keine Rolle zu spielen.

Beim Gang durch die Stadt bleibt es natürlich nicht nur beim Anblick von Markthallen und Straßenhändlern mit wunderbar frischem Gemüse, Fisch und Fleisch und natürlich den landestypischen Gewürzen und Kräutern, der Vielzahl an Cafés und Bars mit einer sympatischen Kaffee-Kultur und den vielen kleinen Imbiss-Lokalen und geschmackvoll eingerichteten Restaurants blieb es natürlich nicht. Wir haben auch oft und reichlich probiert und die wunderbar schmackhafte Küche aus mehreren Teilen Albaniens gekostet – zu für uns erschwinglichen Preisen.

Albanien ist ein Land mit wechselvoller und leidvoller Geschichte sowie einem großen Reichtum an kulturellen und menschlichen Traditionen und Werten. Es schwankt zwischen großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen wie Korruption oder Drogenhandel und den großen Hoffnungen der jungen Generation.

Unser Aufenthalt in Tirana gehört zu eindrücklichsten Erlebnissen meines Berufslebens. Es wird ganz sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, daß wir nach Tirana gereist sind. Wir freuen uns auf den Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

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