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VSone und SharePoint Konferenz vom 11.-12.02.09 in München

Vom 11. bis. 12. Februar ist es mir ver­gönnt, auf einer der gro­ßen (deut­schen) Entwicklerkonferenzen für Microsoft-Entwickler zu wei­len, dies­mal nicht die Basta!, son­dern die VSone – die Konferenz zu Visual Studio, .NET und SQL, die ihrer­seits wie­derum im Pack mit der SharePoint Konferenz daher­kommt.

Teilnehmer spielt mitUm es gleich vor­weg­zu­neh­men: Langeweile kommt beim Angebot von 8 par­al­le­len Tracks garan­tiert nicht auf: obwohl wir zu zweit sind und durch­weg ver­schie­dene Sessions besu­chen, fällt die Entscheidung doch oft­mals schwer – die Auswahl ist ein­fach enorm groß. Besonders "kri­tisch" wird das, wenn man sich, wie ich (als prak­ti­zie­ren­der SharePoint-Entwickler) einer­seits SharePoint "ver­pflich­tet" fühlt, ande­rer­seits natür­lich mög­lichst eini­ges Interessante zu Visual Studio und .Net mit­neh­men will und zu allem Überfluss auch noch SQL als Steckenpferd hat.

Tagungsort ist das  "Forum am Deutschen Museum" in München. Die Registrierung ver­läuft nicht ganz so pro­fes­sio­nell, wie man das von einer IT-Veranstaltung erwar­ten würde, ist aber irgend­wann geschafft und ich komme gerade recht­zei­tig zur Keynote von Chris Sells Model-Driven Applications: Here and Now. Anhand von Neuschwanstein (nein, er wollte da nicht hin, aber er MUSSTE, weil sich das ein­fach gehört für einen Amerikaner, der ein paar Tage in Bayern weilt…) führt er uns in die Welt der Modelle ein und schlägt dann den Bogen zu Oslo – inter­es­san­ter Vortrag.

Als nächs­tes ent­scheide ich mich für Björn Schneider mit Planung und Aufbau von hoch­ver­füg­ba­ren SharePoint-Infrastrukturen und bereue diese Wahl auch nicht, da ich einen sehr soli­den Vortrag mit eini­gen Denkanstößen gebo­ten bekomme.

Nicht ganz so glück­lich bin ich mit mei­ner nächs­ten Wahl: René Hészer mit Best Practices in der WebPart-Entwicklung (jaja, die SharePoint-Verpflichtung…) ist doch eher was für Einsteiger.

Glück im Unglück: der Vortrag Office in the Cloud von Mario Meir-Huber wurde ver­scho­ben und ich kann ihn mir als nächs­tes "rein­zie­hen". Dabei geht es sowohl um VSTO als auch um die Microsoft Live Services mit Windows Azure – alles zusam­men­ge­fasst unter Cloud Computing – auch wenn die Technologie noch nicht ganz aus­ge­reift ist (wie uns mit­tels diver­ser Abstürze wäh­rend der Session ein­drucks­voll demons­triert wird), macht das Ganze doch einen zukunfts­träch­ti­gen Eindruck.

Auch der nächste Vortrag SharePoint-Entwicklung auf Basis eines bewähr­ten Entwicklungsprozesses mit Visual Studio Team System von Torsten Mandelkow lohnt sich. Es geht um SPALM, eine Erweiterung von ALM für SharePoint. Dafür gibt es bei Codeplex eine Software Factory zum Download. Macht einen guten (und – obwohl noch im Beta-Stadium – auch schon recht aus­ge­reif­ten) Eindruck. Sollten wir im nächs­ten Projekt mal ein­set­zen. Nebenbei noch ein Tipp: Die STSADM-Extensions von Gary Lapointe soll­ten auf kei­ner SharePoint-Kiste feh­len.

Nun wird der Blick mal wie­der etwas wei­ter nach vorn gerich­tet: Visual Studio 2010 & .NET Framework 4.0‑Highlights mit Neno Loje wird erwar­tungs­ge­mäß nicht nur unter­halt­sam, son­dern bie­tet auch einen inter­es­san­ten (Ausschnitt-) Blick auf das, was da kom­men mag… Schlagwörter sind die Sprachen, sowohl bekannte (C# und VB.Net sol­len sich anglei­chen – will das eigent­lich wirk­lich jemand?) als auch neues (dyna­mi­sche Sprachen mit der DLR), die neue CLR, die neue IDE incl. MEF, die UML-Diagramme, die (erst­mals) durch Visual Studio unter­stützt wer­den sol­len, natür­lich mit­tels built-in Architecture Explorer. Außerdem wird uns ver­spro­chen, dass Test Driven Development mit Visual Studio 2010 (erst­mals) rich­tig Spaß machen soll. Welches die­ser net­ten Features am Ende in wel­cher Edition ent­hal­ten sein wird, bleibt aller­dings abzu­war­ten…

Nach der anschlie­ßen­den Q & A Session mit MVPs und Speakers wird die Abendveranstaltung zünf­tig ein­ge­läu­tet – das Motto ist Karneval und damit sich auch wirk­lich alle zum Narren machen, wer­den am Eingang diverse Hüte, Perücken und Bunnyohren ver­teilt. Netter Abend mit teil­weise gelun­ge­nen Einlagen, aller­dings kaum Möglichkeiten zur Unterhaltung wegen der Beschallung…

Der nächste Morgen beginnt viel­ver­spre­chend mit The "fuzzy tail" – wie ent­wi­ckelt man ein Suchkonzept? von Christoph Müller. Die Session befasst sich weder mit Techniken zur Suche und schon gar nicht mit SharePoint, son­dern tut genau das, was sie ver­spro­chen hat: sie regt zum Querdenken an und zeigt, wie man aus ver­netz­ten Informationen Strategien ablei­ten kann, die dem Anwender Nutzen brin­gen. Stichworte sind Taxonomie und Folksonomie, "The long tail" von Chris Anderson, das Zipfsche Gesetz und Mooers-Gesetz ("Ein Information-Retrieval-System neigt dazu, nicht benutzt zu wer­den, wenn es für sei­nen Benutzer unbe­que­mer und müh­sa­mer ist, über Informationen zu ver­fü­gen, als sie nicht zu besit­zen"). Für die anschlie­ßende Session Enterprise Search in gro­ßen dezen­tra­len Umgebungen kün­digt Christoph an, dann auch noch die Technik für die Suche in SharePoint nach­zu­rei­chen – also nichts wie hin. Der Löwenanteil des Vortrages befasst sich dann doch wie­der mit dem Suchkonzept – aber viel­leicht liegt ja gerade darin die tie­fere Weisheit? Als es dann zum Schluss noch ans (tech­ni­sche) Eingemachte geht, stellt sich her­aus, dass die SharePoint-Suche die rie­si­gen Datenmengen nicht in einer akzep­ta­blen Antwortzeit stem­men konnte und des­halb Microsoft FAST ein­ge­setzt wurde. Nun wird zwar dar­über gemun­kelt, dass FAST in SharePoint 14 inte­griert wer­den soll, der­zeit ist es aber ein sepa­ra­tes Produkt und nur für sepa­ra­tes Geld zu haben…

Weiter geht es mit Software Design Prinziples von Stefan Lieser. Der gehört zur Clean Code Developer Initiative und bringt uns die 5 wich­tigs­ten Software Design Prinzipien nahe, die unter dem Akronym SOLID in der Entwicklergemeinde kur­sie­ren.

Mit Martin Groblschegg und Entity Framework: Einsatz und Zukunft geht es dann mal wie­der ganz nah an die Technik ran, sowohl die Motivation für die Verwendung eines OR-Mappers als auch die kon­krete Anwendung und die Grenzen des Frameworks kom­men gut rüber. Für die der­zeit noch bestehen­den Unzulänglichkeiten hat Microsoft Abhilfe in Entity Framework 2.0 ver­spro­chen. Außerdem sieht es laut einem Blogeintrag des ADO.NET Teams danach aus, dass LINQ 2 SQL nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt, son­dern in das Entity Framework ein­flie­ßen wird.

Die letz­ten bei­den Vorträge gönne ich mir dann doch wenigs­tens noch ein biss­chen SQL: ADO.NET Enhancements für SQL Server 2005/2008 mit Klaus Aschenbrenner behan­delt einige zwar nicht mehr so ganz tau­fri­sche, aber trotz­dem hilf­rei­che Erweiterungen wie Multiple Active Resultsets, asyn­chrone DB-Commands und die binäre Serialisierungsmöglichkeit von DataSets. Außerdem wird aus­führ­lich auf die FileStream-Unterstützung von SQL 2008  und deren Umsetzung mit­hilfe der Win32-Streaming-API ein­ge­gan­gen. Den Abschluss bil­det für mich Senaj Lelic mit Klein, aber fein – Microsoft SQL Server Compact Edition. Das her­aus­ra­gende Feature die­ses "klei­nen SQL Servers" scheint zu sein, dass das Kopieren eini­ger DLLs als Installation genügt – jeden­falls kann Senaj das gar nicht oft genug beto­nen und irgend­wie hat es ja auch wirk­lich was…

Und nun sind sie also vor­bei, die VSone und die SharePoint Konferenz 2009. Ich fand es auf jeden Falls loh­nens­wert, es gab viel Neues oder auch So-noch-nicht-Betrachtetes zu hören – nun gilt es "nur" noch, das Gehörte in die Praxis umzu­set­zen… 😉

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1 Kommentar

Zum Thema "Cloud Comuting" ist gerade eine Pressemitteilung von Microsoft her­ein­ge­flat­tert: http://www.microsoft.com/germany/presseservice/detail.mspx?id=532649

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