Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden
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Rückblick auf die I-KNOW 2010 – Microblogging fördert Wissensnetzwerke im Unternehmen

Vom 01. – 03. September fand in Graz (Österreich) mit ca. 500 Teilnehmern zum 10. Mal die I-KNOW, eine internationale Konferenz für Wissensmanagement statt. Neben dem englischsprachigen, wissenschaftlich ausgerichteten Vortragsprogramm bot das I-KNOW Praxisforum Führungskräften, IT-Entscheidern und Wissensmanagern ein umfassendes Programm an deutschsprachigen Praxisvorträgen aus der Wirtschaft.

Die Communardo Software GmbH war hier mit einem Vortrag zu „Awareness schaffen mit Enterprise Microblogging – Wie Kurznachrichten zur besseren Kommunikation und Wissensaustausch im Unternehmen führen“ vertreten.

Bevor ich auf meinen Vortrag eingehe möchte ich zuerst einmal meine persönlichen Eindrücke insbesondere zum Praxisforum der I-KNOW teilen. Soviel vorweg; ich war von der gesamten Konferenz, dem Praxisforum sowie der Organisation (bis auf das schlechte WLAN ;-)) sehr angetan.

Denkanstösse auf dem Praxisforum

Meine volle Aufmerksamkeit habe ich während der ersten beiden Konferenztagen den Tracks „Web 2.0 und Unternehmen“ „Innovation 2.0“ und natürlich „Enterprise 2.0“ gewidmet.
Angefangen von dem sehr „analogen“ Vortrag (in Bezug auf Stil und Methodik) „Mensch weg – Wissen weg“ von Leopold Stieger, Seniors4success bis hin zur persönlichen Mission und Vision des Wissensarbeiters von Inga Löh, Johnson Controls wurden sehr viele interessante Denkanstösse gegeben. Hängengeblieben von der engagierten Session von Stefan Rössler, Simplease ist definitiv wie wichtig es ist sich jenseits jeder Methodik und technischer Unterstützung für Menschen Zeit zu nehmen um mit ihnen zu reden und in einem persönlichen Gespräch zu Wort kommen zu lassen. Über diesen Weg scheint der Wissenstransfer- und austausch immer noch am effektivsten zu funktionieren. Der eigentliche Vortrag hatte userzentriertes Design zum Thema. Die „Erfahrungen mit Web 2.0 als Projektmanagement-Tool“ von Thomas Kutschi, Infonova bestätigten meinen Eindruck, dass es besser ist ein einfaches Tool einzusetzen welches aber in einem Unternehmen bzw. Team gut funktioniert und akzeptiert ist, als ein Tool welches vermeidlich alles kann bzw. verspricht die sehnlich erwünschte „eierlegende Wollmilchsau“ zu sein. Diese Beobachtung decken sich auch mit unseren Erfahrungen beim Einsatz von Communote – Enterprise Microblogging als zentrales Kommunikationstool u.a. für den Einsatz im Projektmanagement. Einen Ansatz sowie Hilfe zur Auswahl von Social Software wurde von Ulf Sthamer, T-Systems MMS mit der Social Software Matrix vorgestellt. Erst kürzlich hat das Besser20 Team auch eine Sektion „Rising Vendors“ veröffentlicht wo junge und innovative Softwareprodukte vorgestellt werden. Wir freuen uns als Communardo mit Communote – Enterprise Microblogging hier dabei zu sein.

Netzwerke sind kein Selbstzweck sondern bilden sich im Unternehmen zu Themen

Am zweiten Tag des Praxisforums drehte sich alles rund um Enterprise 2.0.
Johannes Müller und Michael Heiss von Siemens stellten verschiedene Einsatzbereiche und Erfahrungen mit webbasierten ‚sozialen‘ Systemen vor. Siemens entwickelt fortlaufend seit fast 10 Jahren das unternehmensinterne „Wissensmanagement“-System TechnoWeb weiter. Um den vielen verschiedenen Anforderungen in einem Großkonzern gerecht zu werden setzt Siemens bewusst auf keine einzelne Softwaresuite sondern bevorzugt ein modulares Framework mit dem auch auf neue Technologien und Trends eingegangen werden kann. Jüngstes Beispiel ist die Implementierung von Microbloggingfunktionalitäten auf der selbstentwickelten Plattform. Mit sogenannten „urgent requests“ lassen sich schnell Probleme lösen. Der Ansatz dieser Funktion ist das Mitarbeiter sich über diese Art von Social Communication Länder-, Standort- und Divisionsübergreifend austauschen können. Der offene Austausch steht somit am Anfang der virtuellen sowie persönlichen thematischen Netzwerkbildung innerhalb des Konzerns. Ich teile die Ansicht, dass eine Unternehmensplattform weder alleinig personenzentriert (wie z.B. Facebook, Xing, Linkedin) noch objektzentriert (wie z.B. Fileshares und bei der verbreiteten Nutzung von SharePoint), sondern Netzwerke zu Themen und Projekten als Community of Practise (CoP) abbilden müssen.
Das Ergebnis von Nutzerbefragungen ist das je öfter Mitarbeiter die angebotene Plattform für die Arbeit nutzen auch der wahrgenommene Nutzen entsprechend ansteigt. Nicht nur aus der Erfahrung bei Siemens lassen sich Mitarbeiter am Besten durch intrinsische Motivationsfaktoren wie Sichtbarkeit, persönliche Zeitersparnis, etc. motivieren mitzumachen. Ständige Aktionen und Gewinnspiele um die Mitarbeiter auf die Plattform zu bringen wirken hingegen kontraproduktiv, da sie eine bestimmte Erwartungshaltung wecken.

Christian Severin, DeTeCon stellte anschliessend Ansätze sowie das (Selbst-)Verständnis des Wissensmanagements einer Beratung in Anbetracht natürlicher Fluktuation sowie der zentralen Bedeutung von Wissen vor. Da die DeTeCon z.Zt. den Aufbau einer solchen Plattform vorantreibt und ebenfalls den Einsatz von Microblogging insb. zur Stärkung von persönlichen- und wissensnetzwerken evaluiert passte mein anschliessender Vortrag als Abschluß thematisch sehr gut.

Microblogging mehr als nur ein Trend

Die vorangegangen Vorträge sowie die Einleitung des Trackleiters Enterprise 2.0 und Mitorganisators der IKNOW Alexander Stocker machten deutlich das Microblogging und Einsatzmöglichkeiten derzeit viel diskutiert werden und hohes Interesse auf sich ziehen.
Dies gilt nicht nur für den Einsatz im Unternehmen sondern auch im Web allgemein. Unter dem Eindruck der abends zuvor von Steve Jobs vorgestellten „Ping“ Funktion während Apples September Special Event zur Vorstellung neuer iPods konnte ich dies nur bestätigen. iTunes nutzt ab sofort Activity Streams bei denen Künstlern und Freunden zum Zweck von „Social Music Discovery“ gefolgt werden können. Umgesetzt ist dies als Microbloggingfunktionalität im Facebook-look. Ganz davon abgesehen wie gut und sinnvoll diese Funktion umgesetzt ist, so zeigt es zumindestens wie relevant und wichtig das Thema Activity Streams ist. Wie sich bereits heute abzeichnet wird dieser Trend auch nicht vor den Unternehmen Halt machen.


Mein Vortrag spannte einen Bogen vom Wandel der Kommunikation und der Vielzahl verschiedener Kommunikationsmittel die je nach Botschaft und Zielgruppe heute bereits im privaten Umfeld täglich genutzt werden. Hingegen dominieren im Unternehmen klassische Kommunikationsmittel. Anhand einiger konkreter Beispiele und Erfahrungen habe ich den Einsatz und den Nutzen von Microblogging im Unternehmen vorgestellt.
Beim Einsatz von Microblogging von Communardo konnten verschiedene Kommunikationsmuster wie Aufgabenkoordination, Problemlösung, Ereignisberichte, Ideen und Hinweise durch Analysen von Richter/Riemer zugeordnet werden. Interessante Einblicke des Kommunikatiosnverhalten erhält man wenn diese Muster an Rollen festgemacht werden. Desweiteren ist zu beobachten das in einer Kurznachricht oft eine Vielzahl von Aufgaben bzw. Kommunikationsmuster enthalten sind, sprich der Autor kann mit einem Post gleichzeitig mehrere Aufgaben/Arbeitsschritte erledigen.
Die Awareness/Sichtbarkeit kann durch den Einsatz von Microblogging nach Nutzeraussagen insbesondere innerhalb des Arbeitsbereichs (Informationen zu Themen und Projekte) und informellen Sichtbarkeit (Auskunft über Personen/Gruppen und deren Tätigkeit) gesteigert werden.

Microblogging bringt Menschen zusammen

Festzuhalten bleibt in jedem Fall die Erkenntnis das Microblogging Menschen zusammenbringt. Themenzentrierte Netzwerke entstehen in denen ein weitergehender Informations- und Wissensaustauschs angestoßen wird.

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion zum Einsatz sowie die Weiterentwicklung von Microblogging insbesondere im Unternehmensumfeld.

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Vielen Dank für Ihren spannenden Rückblick auf die I-KNOW 2010. Ihr Vortrag ist bei den Teilnehmern des Praxisforums sehr gut angekommen. Ich würde mich daher freuen, Sie auch im nächsten Jahr wieder in Graz begrüßen zu dürfen.

Viele Grüße
Alexander Stocker

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