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Rückblick auf das Communardo Trendforum in Dresden: Die Zukunft des Enterprise 2.0

Das zweite Communardo Enterprise 2.0 Forum fand letzte Woche anlässlich unseres zehnjährigen Firmenjubiläums am 22. Juni 2011 in Dresden statt. In den Communardo Trendforen stehen die aktuellen Trends und visonären Entwicklungen für den produktiven Unternehmenseinsatz von Social Software im Mittelpunkt.

Birgit Gebhardt, Geschäftsführerin TrendbüroFrau Birgit Gebhardt, Geschäftsführerin des Trendbüro, zeigte in Ihrem Vortrag sehr plastisch die deutliche Veränderung der Kommunikationsprozesse, vor der die Unternehmen stehen. Die revolutionären Entwicklungen im Internet durch das Web 2.0, wie bspw. Twitter, Facebook & Co. greifen zunehmend auch auf die unternehmensinternen Kommunikationsprozesse über.  Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten akzeptieren behäbige, umständliche Formen der Zusammenarbeit nicht mehr und fordern die Geschwindigkeit, Transparenz sowie Vernetzung, die sie aus dem Web 2.0 gewohnt sind.

„Kollektive Intelligenz, hierarchiefreie Kommunikation und Open Innovation sind die Vorteile, die unternehmensintern eine neue Struktur verlangen, die nicht nur die Kommunikation nach außen betrifft, sondern alle Mitarbeiter in allen Abteilungen enger und durchlässiger miteinander kurzschließt.“ so Frau Gebhardt vom Trendbüro.

Das Trendbüro, als strategisches Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel, und die Muttergesellschaft Avantgarde, als führende Agentur für Marken- und Live-Kommunikation, haben ein solch lebendiges Intranet à la Facebook auf ihre Bedürfnisse hin gemeinsam mit Communardo und auf Basis von Communote co-entwickelt. 300 Mitarbeiter kommunizieren an weltweit 13 Standorten per Microblogging. Jede Anregung, Projektinfo oder (nicht-exklusive) Präsentation landet im internen Intranet, das einer Mischung aus Facebook und Twitter gleicht.

Jens Osthues, Communote Enterprise MicrobloggingIn dem zweiten Vortrag gab Jens Osthues, Teamleiter Communote, den Ausblick auf „Enterprise Activity Streams“ und Enterprise Microblogging sowie deren Bedeutung, sowohl für Unternehmen als auch für die gesamte vernetzte Lieferkette. Intern kommunizieren wie mit Twitter, mit Kollegen vernetzen wie in Facebook und Wissensmanagement wie Wikipedia, das wird nun auch in den Unternehmen gefordert. Microblogging etabliert sich dabei zunehmend als ernsthafte Ergänzung oder sogar Alternative für die interne Email Kommunikation.  Allerdings werden in einer Vielzahl von Systemen Nachrichten, Aktivitäten und Statusinformationen erzeugt, sowohl manuell als auch automatisch. Der nächste logische Entwicklungsschritt für die „Microblogging Streams“  ist daher die „intelligente“ Aggregation und personalisierte Aufbereitung aller erzeugten Nachrichten verschiedener Systeme in einem „Activity Stream“.

„Die Mitarbeiter sind so gut und so aktuell informiert wie nie zuvor, die aktuelle Herausforderung ist es nun, Activity Streams intelligent zu integrieren und überschaubar zu machen.“, so Jens Osthues auf die Frage zum nächsten Entwicklungsschritt für Communote.


Dr. Frank Schönefeld, T-Systems MMSDer spannende Vortrag „Wikinomics in the Enterprise 2.0“ von Dr. Frank Schönefeld, COO T-Systems Multimedia Solutions sowie Autor des „Praxisleitfadens Enterprise 2.0“, richtete den Blick darauf, wie Unternehmen direkt und indirekt von Enterprise 2.0 profitieren können. Mit der Referenzarchitektur für das Enterprise 2.0 wird ein übersichtliches Gesamtbild zur Einordnung der verschiedenen technologischen Entwicklungen und Funktionaliäten dargestellt. Als sehr praktische Realisierungshilfe wurden ca. 60 Blueprints in 9 verschiedenen Unternehmensbereichen identifiziert und bewertet. Gerade zu Projektbeginn stellt sich meist die Frage, mit welchen Anwendungsfällen denn  sinnvoll gestartet werden kann. Das Buch „Praxisleitfaden Enterprise 2.0“ von Dr. Frank Schönefeld ist für jeden zu empfehlen, der sich konkret mit der Umsetzung von Enterprise 2.0 im Unternehmen beschäftigt.

Ilja Hauß Geschäftsführer Communardo SoftwareDas „Enterprise Facebook“ und der auf Social Software basierende „Collaboration Workplace“ sind nachhaltig in den Unternehmen angekommen. Doch was unterscheidet eigentlich den Collaboration Workplace vom „alten“ Projektraum, was verändert sich tatsächlich und welche Auswirkungen hat das? Diese Fragestellung habe ich in meinem Vortrag „Collaboration Workplace trifft Social Communication“ näher beleuchtet.

Die folgenden drei Prämissen sind dabei von zentraler Bedeutung:

  • Der Collaboration Workplace ersetzt keine Geschäftsanwendungen wie CRM, ERP, SCM etc., sondern ist die übergreifende Ergänzung, um die bisher unstrukturierten,  Kommunikations- und Arbeitsprozesse effizienter, transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten.  D.h. der Collaboration Workplace adressiert die Prozesse zur projekt-, prozess- und organisationsübergreifenden Zusammenarbeit, wie z.B. Entscheidungs-, Abstimmungs-, Koordinations-, Problemlösungs-, Konzeptions- und dynamische ad-hoc-Prozesse.
  • Nicht das Social Software Tool als solches ist ausschlaggebend, sondern die Änderung überholter Arbeitsweisen, d. h. zum Beispiel die Veränderung zur wikibasierten Konzpetion (2.0) vs. Dokumentenerstellung (1.0), oder die Microblogging-basierte „Echtzeit-Steuerung“ (2.0) vs. Berichtswesen (1.0).
  • Mit dem Collaboration Workplace reduzieren wir nicht „Emails, Posts oder Nachrichten“. Vielmehr sind wir der Überzeugung, dass wesentlich mehr, intensiver und umfassender kommuniziert werden müsste. Hier liegt eines der größten Produktivitätspotenziale für die nächsten Jahre. D.h. der Collaboration Workplace wird die Kommunikationsintensität erhöhen, aber auch gleichzeitig beherrschbar und überschaubar machen müssen.

1. Juli 2011

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