Communardo Software GmbH, Kleiststraße 10 a, D-01129 Dresden
0800 1 255 255

Google Wave und das Enterprise 2.0

wave_logoErst vor weni­gen Stunden hat Google ein neues Produkt ange­kün­digt: Google Wave. Zunächst als Preview für Entwickler wurde Google Wave von deren Erfindern Lars und Jens Rasmussen vor­ge­stellt, die bereits seit ca. 2 Jahren an wave gear­bei­tet haben.

Die Blogospäre schreibt und twit­tert hef­tig über Wave, kaum einer hat das Tool schon im Einsatz gese­hen. (z.B. bei netz­wer­tig und zwei.null) Das, was man aus den ers­ten  Berichten und dem Video von Googles Entwicklerkonferenz her­aus­le­sen kann ver­spricht, dass Wave einen immensen Einfluß gerade im Enterprise 2.o haben wird. Und es stel­len sich viele Fragen. Einige möchte ich an die­ser Stelle diskutieren.

Was ist bedeut­sam an Google Wave?

Wave ver­ei­nigt eine große Anzahl von Web 2.0 Ansätzen und Features zu einem offen­bar exzel­lent inte­grier­ten Ganzen, inbs. ein­fachste Erstellung von Nachrichten und Kontent, in-line Kommentare, Instant Messaging, Wiki-funktionalität und eine gra­fi­sche Oberfläche die sich über Gadgets belie­big erwei­tern und adap­tie­ren läßt. Kein Wunder, dass Analyst Jeremiah Owyang nicht wirk­lich begeis­tert ist.

Die leicht nutz­bare Möglichkeit, in zeit­gleich Inhalte gemein­sam von meh­re­ren Rechnern und Orten aus zu bear­bei­ten ist aus mei­ner Sicht aber beson­ders her­vor­zu­he­ben. Für sich genom­men sind alle diese Funktionen nicht neu, das inte­grierte Angebot dage­gen schon. Google Wave setzt damit einen neuen Standard im Bereich der Online-Zusammenarbeit.

Über offene Protokolle und APIs will Google errei­chen, dass sich welt­weit Entwickler an der Erstellung von Erweiterungen betei­li­gen. Wenn Google die ange­kün­dige Open Source Strategie umsetzt, dann ist zu erwar­ten, dass sich rund um Wave ein ein­ge­nes Ökosystem an Produkten und Erweiterungen bil­den wird, wel­ches sich gegen die bestehen­den Plattformen von Anbietern wie Microsoft und IBM erfolg­reich posi­tio­nie­ren kann.

Welche Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen erge­ben sich?

Wave wird sei­nen Weg recht schnell in die Unternehmen fin­den, da anzu­neh­men ist, dass Google Wave als Ergänzung (oder Kern) der Google Apps Plattform anbie­ten wird, die bereits heute oft ohne Wissen der IT-Abteilung genutzt wer­den. Denkbar sind zunächst alle Einsatzszenarien, bei denen Wissensarbeiter inhalt­lich zusam­men­ar­bei­ten oder Inhalte erstel­len und die heute z. B. mit Wikis, Blogs und Instant Messaging unter­stützt wer­den. Dazu gehö­ren z. B. Planungs- und Strategieprozesse, Ideenfindung und ggf. Management-Kommunikation, aber auch Kunden- und Partnercommunities und per­sön­li­ches Wissensmanagement.

Welche Auswirkungen auf den Markt für Social Software wird Google Wave haben?

Aus Wettbewerbssicht ist Wave Google's Frontalangriff auf die gro­ßen Plattformanbieter im Bereich Online-Collaboration, also Microsoft und IBM, aber Cisco und andere Anbieter von Social Software Suites. Dies wird zual­ler­erst den Wettbewerb zwi­schen die­sen Playern wei­ter anheizen.

Darüberhinaus wer­den viele Softwareanbieter die offe­nen APIs und Protokolle nut­zen, um ihre Softwaretools und Plattform an Google Wave anzu­bin­den oder dort­hin­ein zu integrieren.

Wie soll­ten Unternehmen auf Google Wave reagieren?

Zunächst ein­mal gelas­sen. Forrester Analyst Ted Schadler schreibt in sei­nem Blog, dass wave ver­mut­lich 2–3 Jahre brau­chen wird, um sich zu eta­blie­ren. Wenn man bedenkt, dass das Produkt erst im Verlaufe die­ses Jahres frei­ge­ge­ben wer­den wird, ist dies ein rea­lis­ti­scher Zeitraum. Folgerichtig soll­ten bestehende und lau­fende Investitionen in Enterprise 2.0 Plattformen gesi­chert und mit Blick auf die ange­streb­ten Ziele kon­se­quent umge­setzt wer­den. Gleichzeitig sollte der Markt und auch die wei­tere Entwicklung von Google Wave gut beob­ach­tet werden.

Fazit: Es gibt noch viele offene Fragen.

Mit wel­chem Geschäftsmodell wird Google das Produkt anbie­ten? Kostenfreie Nutzung, Premium SaaS, Lizenz oder Appliance – oder alles zusammen?
Wie kön­nen orga­ni­sa­to­ri­sche Strukturen und Berechtigungen abge­bil­det wer­den? Wie kann eine Integration in bestehende IT-Infrastrukturen erfol­gen? Für wel­che Anwendungen ist Wave gut oder weni­ger gut geeig­net? Wird die große Flexibilität von Google Wave befrei­end wir­ken oder noch mehr zur Verwirrung und zum Information Overload der Nutzer beitragen?

Mit die­sen Fragen wer­den wir  uns in der kom­men­den Zeit beschäf­ti­gen und mit Verfügbarkeit von Google Wave auch über die Möglichkeiten des Unternehmenseinsatzes berichten.

Interesting Analysis (in ger­man) #goog­le­wave: “Google Wave und das Enterprise 2.0″ http://tinyurl.com/ln79j5
This com­ment was ori­gi­nally pos­ted on Twitter

Avatar Dirk Röhrborn

Tim O'Reilly hat in sei­nem Blog eine aus­führ­li­chere Beschreibung der Features von Wave inkl. Screenshots veröffentlicht.
Meiner Meinung nach bringt Google Wave zwei fun­da­men­tal wich­tige Trends voran:
* Die Benutzerschnittstelle von Wave ist ein leis­tungs­star­kes Mashup, wel­ches über die offe­nen APIs von einer welt­wei­ten Entwickler-Community ange­passt und erwei­tert wer­den kann.
* Das Wave Protokoll für die Vernetzung von Waves unter­ein­an­der und mit ande­ren Systemen ("fede­ra­tion"), wel­ches auf dem Instant Messaging Protokoll XMPP basiert, kann sich zum Internet- oder auch Industrie-Standard für Messaging ("post-stmp") entwickeln
Die vie­len inter­es­san­ten Features der Benutzerschnittstelle (in-line Kommentare, gemein­sa­mes Editieren, Playback von Änderungen, etc.) wer­den schnell auch von ande­ren Herstellern über­nom­men wer­den. Es ist anzu­neh­men, dass Anwendungen aus dem Bereich der "Personal Instant Messenger (PIM)" wie z.B. Microsoft Outlook, Lotus Notes, u.a.m. bald in ähn­li­cher Weise als Mashup ver­schie­dens­ter Kommunikationsdienste wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den, ob nun als Client-Software oder Online Service. Messaging- oder Content-lastige Anwendungen oder Online-Dienste wer­den bemüht sein, auf Basis der Wave-Protokolle eine Integration in diese Frontends (Wave, Outlook, Notes, Portale) etc. zu erreichen.

Avatar Dirk Röhrborn

Dion Hinchcliffe hat brand­ak­tu­ell eine detail­lierte Analyse zu Google Wave in sei­nem Blog ver­öf­fent­licht und vor allem den poten­ti­el­len Einsatz in Unternehmen unter die Lupe genom­men. Er ist ver­hal­ten opti­mis­tisch, vor allem des­halb, weil die Einführung von Social Media Tools wie Wikis und Blogs in Unternehmen auch viele Jahre gedau­ert hat. Hier seine Kernpunkte für Firmen in Kurzform:
* Wave ersetzt bestehende Collaboration Tools nicht, son­dern ergänzt diese weitestgehend
* Enterprise 2.0 wird von Wave gut unterstützt
* Für Wave braucht es neue Protokolle, Server, Datenformate und Client tools
* Waves sind ein natür­li­cher Integrationspunkt für Enterprise-Dienste, wie z.B. ECM, SOA, Mashup
* Erweiterungen und Plugins wer­den für eine starke Verbreitung und Nutzung von Waves sorgen
Dion Hinchcliffs Blogbeitrag ist im Original lesenswert.

Avatar Dirk Röhrborn

Eine über­sicht­li­che Beschreibung der Funktionalität von Google Wave fin­det sich bei Mashable (in Englisch)

Liked “Google Wave und das Enterprise 2.0 | Von Dirk Röhrborn | Google Wave, Trends | Human Network Competence” http://ff.im/-3Ip14
This com­ment was ori­gi­nally pos­ted on Twitter

Google Wave und das Enterprise 2.0 | Von Dirk Röhrborn http://ff.im/-3IweV
This com­ment was ori­gi­nally pos­ted on Twitter

Ich und meine erste Welle…

“Die erste Euphorie hat sich gelegt” oder “Ein Selbstgespräch über Google Wave“: wenn man diese ers­ten Bewertungen liest, könnte man den Eindruck bekom­men, dass der Hype bereits vor­bei ist. Google Wave wurde am 27…

Einfach drauf los oder erst­mal ein Gerüst bauen?…

Eine neue Generation von Web-Anwendungen steht vor der Tür, und deren zen­trale Eigenschaften sind Personenzentriertheit und Echtzeitkommunikation. Nach mei­nen ers­ten Erfahrungen mit die­sen Eigenschaften beim Einstieg in Google Wave wollte ich nun …

Comments are closed.

Pin It on Pinterest