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Enterprise Microblogging: ein neuer Hype? Ja und Nein.

Seit eini­gen Wochen ist das Thema Microblogging im Trend, seit kur­zem vor allem dann, wenn es um den Einsatz für Unternehmen geht. Warum jedoch soll die­ser meist öffent­li­che Austausch kur­zer Nachrichten im SMS-Format unsere Geschäftswelt revo­lu­tio­nie­ren?

Die Begeisterung der Web 2.0 Welt für die­ses Thema läßt schnell einen neuen Hype ver­mu­ten. Kaum ver­geht ein Tag, an dem nicht ein neuer Microblogging-Dienst im Internet ver­öf­fent­licht wird, zuneh­mend vor allem auch Dienste für Unternehmen. So hat gerade Yammer.com den TechCrunch50 Award gewon­nen. Jeremiah Owyang hat kürz­lich eine Übersicht von Twitter-Tools für das Intranet vor­ge­stellt, die durch die Beiträge der Kommentatoren immer län­ger wird. Bei genaue­rer Analyse wird deut­lich, dass Tools wie Yammer ent­we­der den Grundgedanken von Twitter.com ent­we­der nur kopie­ren oder zumin­dest ver­su­chen, für den Unternehmenseinsatz taug­lich zu machen.

Was gibt es jedoch für Gründe, an einen nach­hal­ti­gen Erfolg von Microblogging in Unternehmen zu glau­ben?

Für den Erfolg braucht es Verständnis, Einfachheit, Wirtschaftlichkeit und vor allem einen hohen Nutzen:

  • Verständnis: Microblogging ist ein­fach zu ver­ste­hen, den jeder kennt Post-it-Notes, das per­sön­li­che Notizbuch oder Kladde und die SMS.
  • Einfachheit: Das Eintippen von weni­gen Zeilen Text ist auch für weni­ger geübte noch zu bewäl­ti­gen, via Webbrowser oder Smartphone.
  • Wirtschaftlichkeit: Ob Open Source oder Software as a Service, Microblogging Dienste sind schon heute schnell und kos­ten­güns­tig ein­setz­bar.
  • Nutzen: "…opti­miert die Kommunikation in Unternehmen und in Teams". Soso ! Das woll­ten schon viele. Also doch nur ein Hype ?!

Es gilt also, den mög­li­chen Nutzen von Microblogging im Unternehmen näher unter die Lupe zu neh­men. Dazu geben aktu­elle Beiträge in der Blogwelt wert­volle Hinweise, z.b. von Joachim Niemeier bei Centrestage.de. Was wird aber nun den Nutzen von Microblogging in Unternehmen aus­ma­chen? Hier meine Version der Argumente:

  • Micromessaging (Kurznachrichten): Microbloggen erleich­tert ähn­lich dem Instant Messaging die schnelle ad-hoc Kommunikation und sie ent­las­tet die E‑Mail, die wie­der zum Medium für wich­tige, asyn­chrone Botschaften wer­den wird. Aber Microblogging muss eben mehr sein, als nur Micromessagging.
  • Awareness / Serendipity (Aufmerksamkeit): Über den kon­ti­nu­ier­lich oder in gewis­sen zeit­li­chen Abständen beob­acht­ba­ren Nachrichtenstrom des Microblogs gelingt es, den Überblick über eine Vielzahl von Aktivitäten im Unternehmen bes­ser zu behal­ten.
  • Microdocumentation (Kurzdokumentation): Die struk­tu­rierte Aufzeichnung von Kurznachrichten ermög­licht eine kon­ti­nu­ier­li­che, neben­bei ohne Aufwand ent­ste­hende, zen­tral ver­füg­bare Dokumentation von Ereignissen, Entscheidungen, Ideen, Lösungen etc. die bis­her im all­ge­mei­nen Durcheinander von Notizen, E‑Mail, Instant-Messages unter­ge­gan­gen sind oder zumin­dest nur mit hohem Aufwand erstell­bar war.
  • Microlearning (Lernen in klei­nen Einheiten): Die Verfügbarkeit einer bis dato nicht ver­füg­ba­ren Mikro-Dokumentation erleich­tert spä­tere Lernprozesse, z.B. bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder dem De-briefing von Projekten.

Daraus erge­ben sich eine ganze Reihe von Einsatzgebieten für das Microblogging, wobei jedes für sich sei­nen eige­nen Nutzen birgt. Hier einige Beispiele:

  • Kommunikation und Dokumentation in Projekten
  • Begleitung von Veränderungs- und Strategieprozessen im Management
  • Dokumentation von Kundenkontakten im Vertrieb und Support
  • Kontinuierliche Dokumentation von tech­ni­schen Systemen, wie z.B. kom­ple­xen Anlagen oder IT-Systemen i.S.e. Maschinenhandbuchs
  • Schichttagebücher in der Produktion
  • die Koordination von Redaktionsprozessen im Team
  • u.v.a.m.

Reine Micromessaging-System wie z.B. Twitter, Yammer, Laconica oder Socialcast sind durch ihre Konzentration auf den schnel­len Austausch von Kurznachrichten im Kontaktnetzwerk jedoch nicht geeig­net, das volle Potential von Microblogging im Unternehmen zu heben.

Deshalb arbei­tet der­zeit ein Entwicklerteam bei Communardo mit Hochdruck an der Entwicklung eines Microblogging-Dienstes für Unternehmen. Communote.com wird wesent­li­che Ansätze von Blogging, Messaging und Tagging zu einem neu­ar­ti­gen Dienst kom­bi­nie­ren.

In den nächs­ten Wochen wer­den wir in die­sem Blog und auf Konferenzen und Barcamps mehr über Communote und die betrieb­li­chen Einsatzgebiete von Microblogging berich­ten.

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