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Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. Rückblick auf die Session mit Dion Hinchcliffe.

IMG_2180Unter dem dem anspruchs­vol­len Titel "Highly Effective Strategies for Transforming Your Business in the 21st Century" hat Dion Hinchcliffe [Twitter] [Blog] [LinkedIn] einen Pre-Conference Workshop zur Enterprise 2.0 Conference ange­bo­ten. Es geht also nicht ein­fach um Technologie, son­dern um die Veränderung von Geschäftsmodellen. Letztlich hat Dion Hinchcliffe einen sehr brei­ten Überblick über den Stand der Erkenntnisse zum Thema Enterprise 2.o gege­ben. Die nach­fol­gen­den Inhalte geben mehr den Inhalt sei­ner Präsentation wie­der als meine eige­nen Ansichten und sind als Mitschrift wäh­rend der Veranstaltung ent­stan­den.

Auch am Beginn des Workshops dis­ku­tiert Dion die Begriffe Enterprise 2.0 und Social Media. Interessanterweise emp­fiehlt er die Nutzung des Begriffs "Social Computing" und "Social Business".

Die Potential für Social Computing sieht er vor allem in den Bereichen Transformation, Kostenreduktion, Innovation und Zusammenarbeit. Hintergrund sind die Veränderungen in den Unternehmen, die der­zeit statt­fin­den:

  • Netzwerke schaf­fen Werte in offe­nen Lieferketten, Community-basierten Prozessen
  • Größere Transparenz und Offenheit der Unternehmen (gewollt oder nicht)
  • Der Umgang mit Wissen und geis­ti­gem Eigentum  hat sich ver­än­dert

Er warnt vor "Cargo Cult", der ein­fa­chen Nachahmung von vor­han­de­nen Ideen und Produkten. Letztere müs­sen kos­ten­güns­ti­ger, bes­ser und inno­va­ti­ver sein, als zuvor. Die Herausforderungen und Barrieren dabei sind aus sei­ner Sicht:

  • Kulturielle Barrieren (im Umgang mit offe­ner Kommunikation anstelle kon­tro­lier­ter, offi­zi­el­ler)
  • Angst vor Veränderung im Unternehmen
  • Kosten (die wah­ren Kosten sind nicht die Software, son­dern die Zeit der Mitarbeiter)
  • Risiken (die gema­na­ged wer­den müs­sen)
  • Angst vor den Schwierigkeiten, die bei der Einführung ent­ste­hen kön­nen
  • Wiederholbarkeit (Kann das, was in einer Firma funk­tio­niert hat, in einer ande­ren wirk­lich wie­der­holt wer­den?)

Enterprise 2.0 ist keine "Intranet-Story" mehr, son­dern einen "Internet-Story", denn ALLE Kunden, ALLE Wettbewerber, ALLE Ideen und Innovationen sind heute im Netz. Das Internet ist heute der "größte zugäng­li­che Raum" in der Welt. Doch für die­sen Raum gibt es bis­her nur wenige bewährte lang­fris­tige Geschäftsmodelle (Business 2.0). Neben dem Bereich der inter­nen Kommunikation sind "Social Business Models" der­zeit vor allem im Bereich Produktentwicklung, Marketing und Sales ver­brei­tet, insb. Crowdsourcing, Online Kunden-Communities. Die Kunden möch­ten künf­tig Teil einer Kunden-Community sein und die Entwicklungen von Anbietern beein­flus­sen. Technologie- und Medienfirmen sind auch dabei an der Spitze, klas­si­sche Industrien sind davon noch wei­ter ent­fernt.

Derzeit bekannte, trei­bende Kräfte für Social Business Models sind:

  • "Network effects"
    Von Netzwerkeffekten spricht man, wenn der Nutzen eines Dienstes dann zunimmt, wenn mehr Nutzer die­sen Dienst nut­zen (z.B. E‑Mail, Instant Messaging, Microblogging, Blogs, etc.). An die­ser Stelle auch der Hinweis auf Reed's Law, wel­ches auf hohen Nutzen der sozia­len Anwendung von Netzwerken hin­weist.
  • "Peer pro­duc­tion", d.h. nicht alles selbst machen, son­dern Wertschöpfung im Netzwerk
    Bisher haben Unternehmen, alle oder die meis­ten Schritte der Wertschöpfung selbst oder in einer klas­si­schen Wertschöpfungskette über­nom­men, gerade im Bereich Produktentwicklung. Künftig wer­den insb. Kunden und Dritte einen wesent­lich grö­ße­ren Einfluss auf die Entwicklung von Produkten eines Unternehmens neh­men.
  • "Self-service", d.h. Kunden, Nutzer und Mitarbeiter, die bestimmte Aufgaben selbst über­neh­men
  • "Open Business Models", insb. rund um OpenSource
  • "New social power struc­tures", d.h. z.B. Einflussnahme von Netzwerken auf die Produktgestaltung im Unternehmen

Im zwei­ten Teil wen­det sich Dion Hinchcliffe dem Stand von Enterprise 2.o  bzw. Social Business zu und stellt fest, dass Social Media Tools inzwi­schen Mainstream gewor­den sind. Die meis­ten Organisationen nut­zen diese, zumin­dest begin­nend, von Branche zu Branche unter­schied­lich. Wichtig ist die Beobachtung, dass die Grenzen des Unternehmens dadurch ver­schwim­men. Zusätzlich wird durch die rasante Veränderung in der Konsumentenwelt den Druck auf die Veränderung im Unternehmen erhöht. Z.B. wird seit ca. 2006, deut­lich mehr als die Hälte aller Inhalte von Nutzer erzeugt und nicht mehr durch große Anbieter. Dieser Trend ist nun in den Unternehmen ange­kom­men. Auch wenn viele Unternehmen bereits mit Enterprise 2.0 Projekten aktiv, aber dies sind sehr oft keine offi­zi­el­len Piloten, son­dern inof­fi­zi­elle. Auffällig auch, dass klei­nere Unternehmen dabei lang­sa­mer sind, als Großunternehmen.

[Quelle]

Aktuelle Case Studies, die von einer zuneh­men­den Anzahl von Unternehmen exi­si­te­ren zei­gen, dass

  • die Kommunikation im Unternehmen ver­bes­sert wird
  • bes­ser Nutzung von Wissen im Unternehmen,
  • zuneh­mende Produktivität, und über­ra­schend
  • rela­tiv wenige der wei­ter oben genann­ten Probleme bei der Einführung, aber auch
  • es ist schwer, z.B. bes­sere Innovationsfähigkeit nach­zu­wei­sen.

Erfahrungen die­ser Fallstudien wer­den der­zeit in Best Practices über­führt, insb. für:

  • Community Management für Netzwerke in Unternehmen
  • Social Media Richtlinien für Mitarbeiter
  • Change Management Methoden
  • Akzeptanzsteigerung
  • Messung und Bewertung des Erfolgs

Aber, diese Dinge ste­hen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Die größte Herausforderung bleibt jedoch die grund­le­gende Veränderung in Unternehmnen auf dem Weg von der klas­si­schen Hierarchie hin zu selbst-organisierten, kol­la­bo­ra­ti­ven Netzwerk-Organisationen mit den Aspekten Risiko, Steuerung & Kontrolle und Vertrauen.

[Quelle]

Wo lie­gen die Schwierigkeiten?

  • Kulturelle, Infrastruktur und Sicherheitsthemen kön­nen dei Akzeptanz  behin­dern
  • Die Enterprise 2.0 Tools sind noch in den Kinderschuhen, auch wenn die Anbieter inzwi­schen eine gewisse Reife erreicht haben
  • Silos und Zerstückelung von Unternehmen sind oft anzu­tref­fen in heu­ti­gen Unternehmen
  • Organisationen mit einem gerin­gen Anteil an Wissensarbeitern kön­nen meist nur einen gerin­ge­ren Nutzen erzie­len
  • IT-Infrastur und vor allem vor­han­dene Altanwendungen müs­sen berück­sich­tigt wer­den

Was sind die Trends?

  • die der­zei­tige Wirtschaftskrise
  • Das Aufkommen von "Social Messaging" ( a la Twitter) [und Anm. des Autors: Communote]
  • Investment in bestehende Plattformen, wie z.B. Microsoft Sharepoint, behin­dern den Aufbau von Enterprise 2.0 Plattformen in Unternehmen
  • Weitere große Hersteller küm­mern sich um diese Themen, spe­zi­ell IBM und Google.

[Interessant auch der Hinweis, dass Deutschland der zweit­wich­tigste Markt für Enterprise 2.0 ist. Dies wird von vie­len Herstellern über­ein­stim­mend berich­tet.]

Welche Aspekte gilt es bei der Einführung von Enterprise 2.0 zu berück­sich­ti­gen, das SLATES-Prinzip:

  • Search: Informationen müs­sen zugäng­lich sein, um wie­der­ver­wen­det zu wer­den und ROI zu ermög­li­chen
  • Links: Nur über Verknüpfungen wer­den Informationen zugäng­lich, indi­zier­bar und ana­ly­sier­bar.
  • Author­s­hip: Jederman im Unternehmen braucht Zugang zu Enterprise 2.0 als Autor, um bei­tra­gen zu kön­nen.
  • Tags: Schlagworte ermög­li­chen schnelle, orga­ni­sche Strukturierung von Informationen aus ver­schie­de­nen Perspektiven und sie ver­bes­sern die Auffindbarkeit von Informationen via Suchmaschinen.
  • Exten­si­ons: Informationen durch ana­ly­ti­sche Informationen auf Basis von Links und Tags anrei­chern
  • Signals: Neue und geän­derte Informationen für andere sicht­bar machen i.S.e. Aktivitätsstroms

Warum funk­tio­nie­ren Enterprise 2.0 Plattformen bes­ser? Dion Hinchcliffe argu­men­tiert, daß Blogs, Wikis und andere Tools die­ser Art den Arbeitsfluss weni­ger unter­bre­chen, als klas­si­sche Tools (Telefon, E‑Mail) und daß diese Plattformen deut­lich bes­ser ska­lie­ren.

Vorgehen zum Einführen von Enterprise 2.0 im Unternehmen

  1. Identifikation von Geschäfts-Chancen, die die Einführung von Enterprise 2.0 erfor­dern oder begüns­ti­gen. Finden Sie die Top-Probleme im Unternehmen.
  2. Vorbereitung des Vorhabens inkl. Strategie, Kommunikationsplan, Erwartungen auf­bauen, Richtlinien defi­nie­ren, Sichtbarkeit stei­gern, Fähigkeiten auf­bauen, Infrastruktur bereit­stel­len und Erfolgsmessung vor­be­rei­ten.
  3. Analyse der bestehen­den Fähigkeiten, Anforderungen der Beteiligten. Dazu gehört auch, bestehende bottom-up Initiativen auf­spü­ren und ein­bin­den.
  4. Pilotieren mit ers­ten Nutzergruppen. ("Don't boil the ocian!")
  5. Roll-Out im Unternehmen im zwei­ten Schritt auf­bau­end auf der ers­ten Erfahrungen.
  6. Management der Aktivitäten,  insb. Community Management etc.

Die nach­fol­gende im Vortrag gezeigte Grafik zeigt einen Gesamtüberlick über die not­wen­di­gen Aktivitäten:

[Quelle]

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Live-Blogbeitrag zur #e2conf ses­sion mit @dhinchcliffe zur Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. http://bit.ly/3wqbuF
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Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. Rückblick auf die Session mit Dion Hinchcliffe bei der #e2conf http://bit.ly/1cFsBt #e20
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Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. Rückblick auf die Session mit Dion Hinchcliffe bei der #e2conf http://bit.ly/1cFsBt
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Zum Start heute: Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. Rückblick auf die Session mit Dion Hinchcliffe. http://bit.ly/UaPRU #e2conf
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Was ändert sich in unse­ren Unternehmen, wenn wir mehr und mehr über Web 2.0 kom­mu­ni­zie­ren? http://ow.ly/z6cy
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[…] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Martin Koser, Joachim Niemeier, tim_krischak, Dirk Röhrborn, ler­net und ande­ren erwähnt. ler­net sagte: Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen. Rückblick auf die Session mit Dion Hinchcliffe bei der #e2conf http://bit.ly/1cFsBt […]

[…] dort seine Eindrücke, u.a. zur Situation im Markt für Enterprise Microblogging, sowie zur Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen in sei­nem Blog mit. Daneben haben wir beide heute mor­gen auch kurz ges­ky­pet, eine Zeitverschiebung […]

Naja, das alles klingt eigent­lich gar nicht schlecht. Aber was wird sich so viel in den Unternehmen ändern…?  Danke für diese Enterprise 2.0‑Infos, mal sehen, was davon aus­ge­hen wird.
Gruß Karsten

Interessanter Bericht! Vielen Dank! Die haben ja sehr gute Erklärungen gege­ben! 🙂
Grüße! Alexa

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