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Zu Besuch auf der Developer Week 2016

Developer Week 2016_Communardo_1 In diesen Tagen findet die Entwicklerkonferenz DWX - Developer Week in Nürnberg statt. Themenschwerpunkte sind u.a. Mobile, Web- und .NET-Entwicklung. Ich war den ersten Konferenztag vor Ort und fasse das Wichtigste zu den von mir besuchten Sessions kurz zusammen.

Meine gewählten Sessions befassten sich vor allem mit konkreten Erfahrungen rund um den Softwareentwicklungsprozess. Stichworte sind hier bspw. Agilität, Testing, DevOps, Automatisierung und als Querschnittsthema Soft Skills. Rein technische Themen, die "gut googlebar" sind, habe ich zugunsten dieser Themen ausgespart.

DevOps - Entwickelst du noch, oder lieferst du schon?

Diese Session beschäftigte sich mit dem Thema DevOps, der Ausdehnung der Agilität auf den Unternehmenskontext. Oder anders formuliert: die in Softwarenentwicklungsteams etablierte agile Zusammenarbeit muss auch im Zusammenspiel mit anderen Unternehmensbereichen funktionieren (Vertrieb, Marketing, Test, GF, …).

DevOps bietet folgende Vorteile:

  • Kundenerwartungen nach ständiger Weiterentwicklung und schneller Fehlerbehebung erfüllen können
  • Höhere Lösungsqualität durch weniger radikale Änderungen erreichen
  • Features im Evaluierungsmodus schneller als die Konkurrenz am Markt haben
  • Notfälle schnell in den Griff bekommen

Zu meisten sind dafür folgende Herausforderungen:

  • Agilität auf Unternehmensebene notwendig
  • Die nun eher kleinen Fortschritte müssen dem Kunden mit ihren Vorteilen entsprechend dargestellt werden (kein Big Bang mehr)
  • Continuous Delivery muss etabliert werden
  • "Qualität entsteht durch Testen" funktioniert nicht mehr
  • Monitoring und Telemetrie für Produkte notwendig

Um mit DevOps zu starten sollte folgende Frage gestellt werden: Was hindert uns, 10 Releases am Tag zu produzieren? Das sollte geändert werden.

Layout-Testing: Wer braucht's? Was bringt's? Was geht?

Die nächste Session hatte das Testing von Layouts zum Thema - ein Dauerbrenner speziell auch in unseren SharePoint-Projekten. Die ersten beiden Fragen "Wer braucht's?" und "Was bringt's?" lassen sich wie für Unit-Tests etc. auch beantworten.

Interessant die dritte Frage: Was geht eigentlich? Das Fazit für mich: es gibt zwei Ansätze und jeweils mindestens ein gut geeignetes, frei verfügbare Testing-Framework.

Erster Ansatz zum automatisierten Testen von Layouts: Vergleich von Screenshots einer Webseite. Geeignet für Seiten, die ziemlich statisch sind oder durch sehr strenge Corporate Design-Vorgaben reguliert sind. Frameworkkombination der Wahl hier: Mocha + WebdriverIO + WebdriverCSS (für die Screenshots).

Zweiter Ansatz: Selektiv wird die Beziehung der wichtigsten Webseitenelemente zueinander beschrieben. Bspw. "Das Logo sitzt mittig auf der Seite.", "Der Abstand ist zw. 5 und 10 Pixel.". Dieser Ansatz ist vor allem für Seiten mit dynamischem Inhalt geeignet, bei denen Screenshots zu zwei Zeiten (geplant) verschieden aussehen können. Frameworkkombination hier: Mocha + Galen.

Die Folien zum Vortrag (mit Code-Beispielen) liegen zum Abruf auf Slideshare bereit.

Top Performance Issues in .NET Webanwendungen

Developer Week 2016_Communardo_7

Andreas Grabner von Dynatrace führte in seiner Session durch verschiedene Beispiele von Performance-Problemen, unter denen Webanwendungen üblicherweise leiden. Seine Erfahrung ist: egal wo auf der Welt, es sind immer dieselben Probleme. Die Top 3: Langsame Datenbank, ineffizienter Code und zu viele DB-Anfragen.

Er warb sehr stark dafür, Performance-Tests als Teil der Unit-Testbatterie zu betrachten. Codeänderungen können nämlich nicht nur funktionale Fehler verursachen, sondern jederzeit auch unbemerkte Performance-Probleme. Diese gefährden auf lange Sicht die Skalierbarkeit.

Für mich ein wichtiger Impuls war die Betonung des Kostenfaktors: mit zunehmender Virtualisierung zum Beispiel in Azure wird das Monitoring des Ressourcenverbrauchs zur Pflicht, wenn es nicht zu bösen Überraschungen auf der Rechnung des Cloud-Anbieters kommen soll.

Agile Projekte ohne Scrum

Hier wurde von Projekten berichtet, die sich in Teilen bei Scrum bedienten, aber eben doch nicht richtig nach Scrum abliefen. Fazit: irgendwie hat es doch immer geklappt, aber man soll sich nicht wundern, wenn die Vorteile des agilen Vorgehens nicht in gewünschtem Umfang zum Tragen kommen.

Eines hatten alle Projekte gemein: die Kunden schätzten die Transparenz, entwickelten ein Verständnis für Entwicklungsabläufe und waren in der Regel zufrieden.

Fazit zur Developer Week 2016

Mein Tag vor Ort war lohnenswert und ich kann die Teilnahme an der Konferenz empfehlen. Es gab neben den Prozessthemen auch noch interessante Technik-Tracks rund um .NET, Windows 10 (Mobile)- und JavaScript-Entwicklung, die ich gerne gesehen hätte.

Ich bin mit dem Gefühl nach Hause gefahren, dass es aus Prozess-Sicht verschiedene spannende Bereiche gibt, in denen wir die Entwicklung vorantreiben sollten (DevOps, Testing, Agilität), sich aber an den Themen die letzten Jahre nicht so viel geändert hat, als dass wir alles über den Haufen werfen müssten. Im Gegenteil: wir haben anscheinend die Zeit für eine kontinuierliche Verbesserung.


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